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Vorrede zur ersten Auflage.
Wenn ich, auf Grund früherer Lehrerfahrungen, mit diesem Leitfaden ein Gebiet betreten habe, auf dem die widerstreitenden Meinungen noch im vollen Kampfe begriffen sind, so geschah dies in der Hoffnung, der Sache des bio-logischen Unterrichts damit einen Dienst zu erweisen: Nur wenn den mafi-gebenden Faktorén der Staatsregierungen durch Vorlage eines ausgeführten Lehrkursus ein anschauliches Bild über Umfang und Inhalt der erstrebten Reformen geboten ist, wird man erwarten dürfen, dafi die seitens weiter Kreise des gebildeten Deutschland immer dringender werdende Forderung nach Ein-führung des biologischen Unterrichts in den Oberklassen der höheren Schulen in absehbarer Zeit Berücksichtigung finden werde.
Soweit es angangig, habe ich meinen Ausführungen die Meraner Vor-schlage der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Árzte zugrunde gelegt. Nur im letzten Abschnitt über den Menschen glaubte ich von einer noch-maligen Besprechung der bereits in Untersekunda und Unterprima behandelten vegetatíven Organe des menschlichen Körpers absehen zu können. Ein Ver-tauschen der beiden ersten Hauptabschnitte des Buches, wie es von mancher Seite gewünscht wird, dürfte sich bei der selbstandigen Behandlung, die beide Abschnitte erfahren habén, ohne Schwierigkeit ausführen lassen.
Was den Umfang des Stoffes anlangt, so habe ich zunachst angenommen, dafi zu seiner Durchnahme fünf Semester mit je zwei Wochenstunden zur Verfíigung stehen, selbstverstandlich nachdem in den Unter- und Mittelklassen (bis Untersekunda einschliefilich) eine genügende Grundlage morphologischer und systematischer Kenntnisse erworben ist. Nach Kraften bin ich bemliht gewesen, zwischen der Scylla des „Zuviel" und der Charybdis des „Zuwenig" den mittleren Kurs zu haltén. Galt es doch auf der einen Seite, diejenigen zu befriedigen, welche vor der Fachbildung warnen und nur die allgemeinen Gesichtspunkte der Lehre vom Leben zum Gemeingut der Gebildeten machen wollen, auf der andern Seite aber diejenigen zu widerlegen, welche meinen, das allseitig Erstrebte ohne Schwierigkeit schon in den unteren und mittleren Klassen der Schule erreichen zu können. Im übrigen dürfte das Urteil über die Abmessung des Stoffes je nach der angewandten Methode sehr ver-schieden ausfallen: Wer die biologischen Tatsachen nach Möglichkeit von den Schülern selbst erarbeiten lafit und sie nicht einfach in der Form vortragt, in der sie vom Lehrbuch der Lesbarkeit zuliebe geboten werden, wird voraus-sichtlich finden, dafi der vorliegende Stoff nur dann einigermafien zu bewal-tigen ist, wenn eben auch die Pensen der Unter- und Mittelklassen zum
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