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VORWORT ZUR DEUTSCHEN ÜBERSETZUNG
Die Geschichte der elektronischen Rechenanlage beginnt mit einer inter-essanten Parallelentwicklung. Zur selben Zeit, aber vollkommen unabhángig voneinander, entwarfen einige geniale Köpfe in Deutschland auf der einen und in den Vereinigten Staaten auf der anderen Seite das Konzept programm-gesteuerter Rechenautomaten. Dieser Beginn stand auf beiden Seiten im Zeichen seiner Zeit, des Zweiten Weltkrieges. Wáhrend sich aber die Entwicklung in Amerika ungehemmt und mit allén Mitteln begünstigt entfalten konnte, gab es in Deutschland durch direkte Kriegseinwirkungen und durch die nur be-grenzt zur Verfügung stehenden Mittel Rückschláge, die schlieBlich mit Kriegsende zum völligen Erlahmen jeglicher Aktivitát auf diesem Gebiet führten.
In Amerika konnte die Entwicklung stetig vorangetrieben werden, die elektro-nische Datenverarbeitung wurde für zivile Zwecke, auf technisch-wissenschaft-lichem wie auf kaufmannischem Gebiet erweitert, die Automation nahm einen ungeheuren Aufschwung, und der Einsatz elektronischer Rechenanlagen wurde zur Selbstverstandlichkeit.
Aber auch das im Aufbau begriffene Európa hatte bald einen echten Bedarf an Rechenautomaten und strebte nach Automatisierung automatisierbarer Vor-gánge. Zunáchst muBte diese Entwicklung zwangsláufig hinter der Evolution in den Vereinigten Staaten zurückbleiben, sowohl beim Bau von Rechenanlagen als auch bei deren Einsatz. Die europáischen Anlagen beginnen sich erst langsam auf dem Markt durchzusetzen, und für den wirtschaftlichen Einsatz elektronischer Rechenanlagen liegen die Yerháltnisse nicht so günstig wie in Amerika. Es spielen hier sowohl die Gröfienverháltnisse der amerikanischen Wirtschaft als auch das höhere Gehalts- und Lohnniveau bei Rentabilitáts-fragen eine gewichtige Rolle. Trotzdem gewinnt auch hier die Automation standig an Boden; immer deutlicher macht sich daher das Fehlen einer ausführlichen deutschsprachigen Literatur bemerkbar.
Um hier eine Lücke zu schlieBen, wurde das vorliegende Standardwerk Ned Chapins möglichst originalgetreu ins Deutsche übertragen. Der Uber-setzung lag die Originalausgabe von 1957 zugrunde, die Aussage des Werkes gilt heute so wie damals. Eine Modernisierung konnte sich daher auf einige wenige Details beschránken. Der Autor hatte es in dankenswerter Weise auf sich genommen, das Tabellenmaterial auf neuesten Stand zu bringen, eine Erweiterung im Hinblick auf die europáische Entwicklung und eine Erganzung der Literaturhinweise auf nur wenige, aber lesenswerte Bücher danken wir Herrn Dr. Hans Kaufmann (München) und Herrn Dozenten Dr. Heinz Zemanek (Wien). Bei der Übersicht über die wichtigsten elektronischen Rechenanlagen war es nicht möglich, alle Besonderheiten der einzelnen Typen in der starren Form einer Tabelle z'um Ausdruck zu bringen. Dieses Schema wurde im Hinblick auf seine Übersichtlichkeit gewahlt, kann jedoch weder absolute Genauigkeit noch Vollstandigkeit bieten.