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ZU DEN SONN- UND FESTTAGEN
Erster Adventssonntag EINFÜHRUNG
Advent — Jahrmarkt der Wünsche und Angebote? Tummelplatz überfüllter Einkaufstaschen? Schrilles Konzert klingender Kassen, die randvoll sind? — Advent, das bedeutet: seine ganze Hoffnung auf Gott, den Vater und Erlöser, setzen; von Jesus Christus allein das Heil erwarten; alles tun, damit Gottes Herrschaft sich in dieser Welt ausbreiten kann; sich auf die Ankunft Christi vorbereiten.
Dazu stärkt uns Christus im eucharistischen Mahl. In diesem Mahl feiern wir seinen Tod und seine Auferstehung, bis er kommt in Herrlichkeit. Solange ist er uns Trost, Kraft und Zuversicht, damit wir unsere Mitmenschen lieben und ihm, unserem Herrn, entgegengehen können.
BITTE UM VERGEBUNG
Herr Jesus Christus, durch deine Geburt hat der Vater den Himmel geöffnet und das Werk unserer Erlösung begonnen: Herr, erbarme dich . . .
In dir hat uns Gott seinen Frieden und seine Gnade angeboten: Christus, erbarme dich . . .
Du hast uns zur Wachsamkeit gerufen, damit wir vorbereitet seien auf deine Ankunft in Herrlichkeit: Herr, erbarme dich . . .
ZU DEN LESUNGEN (B)
l. Lesung: Jes 63,16b—17.19b; 64,3—7
In tiefer Schuld und Not ruft der Prophet zu Gott, der als einziger retten und helfen kann; denn er ist Vater und Erlöser seines Volkes.
Zur Verkündigung: Unser Text gehört zum sog. »Tritojesaja« (Jes 56—66), stammt aber nicht erst aus der Zeit unmittelbar nach dem Exil, sondern muß in einem Buß-und Klagegottesdienst der Exulanten selbst seinen »Sitz im Leben« haben.
Die zweimalige Anrede Gottes als »Vater« rahmt den Textausschnitt ein; sie ist zur Predigtidee geworden: Wenn bisherige Vaterbilder zerbrechen, dann ist der Weg frei, um sich Gott als Vater zuzuwenden.
In unserer »vaterlosen Gesellschaft« wird der Anspruch der Väter und der Autoritäten kritisch überprüft. Gerade dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Gott als Vater neu zu entdecken. Als Vater ist er die Urautorität und das Urvertrauen, in dem sich der Mensch geborgen wissen kann.
Die Predigt möchte das Sprichwort »Not lehrt beten« gegen Mißverständnisse abgrenzen und in seiner positiven Bedeutung sehen lehren. Damit scheint zugleich eine Klärung des Bildes von Gott als Vater und der heutigen Adventssituation möglich zu sein.
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