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¦ EINLEITUNG-
Nicht an der Kirche ist der SED-Staat zugrunde gegangen, sondern an der Gewaltsamkeit, dem Dilettantismus und der ideologiebedingten Realitätsblindheit und Verlogenheit des Regimes. Aber die Kirche hat den Herrschenden zu schafifen gemacht. Das war der Grund, weshalb sie sich der allgemein bekannten, intensiven Aufmerksamkeit und Behandlung seitens des Regimes erfreute. Wäre sie eine insgesamt angepaßte, systemkonforme Institution gewesen, wie es manche gegenwärtig behaupten, dann hätte die SED sich den überwiegenden Teil der ihr zugewandten Mühe sparen können. Für den im Laufe der Jahrzehnte und bis zum Schluß immer noch gesteigerten diesbezüglichen Aufwand scheint die SED gewichtige Gründe gehabt zu haben. Es ist doch wohl nur die eine Seite der Medaille, daß die kommunistische Diktatur ein ständig präsentes Problem für die Kirche^-äx und sie immer wieder vor schwierige Entscheidungen stellte. Die andere ist die Frage, in welchem Sinne es die SED-Führunghci ihrem Versuch, ihre ideologiegeleitete Politik zum dauerhaften Sieg zu fuhren, mit dem Problem »Kirche« zu tun bekam.
Dieser Frage soll hier nachgegangen werden. Wichtige Aufschlüsse bieten die nur teilweise schon bekannten, weitgehend aber noch der Erschließung und zusammenhängender Wertung harrenden Quellen aus dem Bereich der mit kirchenpolitischen Fragen befaßten Personen und Instanzen des Regimes. Die folgende Darstellung beruht zu einem überwiegenden Teil auf dem reichhaltigen Aktenmaterial der ehemaligen Dienststelle des Staatssekretärs für Kirchenfragen. Sie hatte die Kirchenpolitik der SED umzusetzen und darüber kontinuierlich Rechenschaft zu geben. Die Berichte und Informationen an die weisunggebende bzw. -vermittelnde Instanz - die »Arbeitsgruppe Kirchenfragen« beim ZK der SED - sowie interne Materialien verschiedener Art bieten weitreichende Aufschlüs-
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