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VORWORT
Die vorliegende Arbeit entstand in der zweiten Hálfte der achtziger Jahre in Berlin als Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades "doctor philosophiae". Seither ist viel geschehen - mit den Grenzen öffneten sich uns auch die Bibliotheken und mit ihnen neue Möglichkeiten und Perspektiven wissenschaftlichen Arbeitens. Für die Publikation wurde vor allém die Bi-bliographie erweitert und neue Aspekte, soweit sie fíir das Thema der Arbeit relcvant waren, in den Text eingearbeitet.
Unverándert geblieben ist freilich meine Liebe zum literarischen Text und die Rolle, die ich mir selbst als Hungarologin in Deutschland zugedacht habe: ein Mittler zwischen den Kulturen zu sein, indem ich fíir deutschsprachige Rezipienten Áhnlichem und Unterschiedlichem in der ungarischer Literatur nachspüre. Das erklart, warum die Textbeispiele konsequent in deutscher Übertragung bzw. Übersetzung zitiert werden, wobei die Fuftnoten einen problemlosen Zugang zu den Originalen möglich machen sollen. Die Über-setzungen stammen, falls nicht anders vermerkt, von mir selbst.
Die Auswahl des literarischen Materials und die Art und Weise seiner Aufbereitung blieben unangetastet. Der poetologische Umgang mit den Texten und die interpretatorischen Schwerpunkte werden in mir unschwer eine - dankbare wie kritische - Schülerin István Királys erkennen lassen. Dazu bekenne ich mich auch heute, wohl wissend, dafi seine Arbeiten und seine Persönlichkeit in der ungarischen Literaturwissenschaft nicht unum-stritten sind. Er war mir ein verstandnisvoller, der Arbeit ein fairer wissen-schaftlicher Begleiter, obwohl das Thema seinen literaturpolitischen und ásthetischen Ansichten teilweise zuwiderlief. Die Publikation hátte ihn, den die Krankheit 1988 schon nicht mehr zur Verteidigung der Arbeit nach Berlin reisen liefi, sicher gefreut.