Bővebb ismertető
n Wie wenn ein Goldschmied dasitzt und ein zerrissenes Goldkettlein Glied um Glied wieder zusammenfiigt, so sitzt Paulus im 1. Korintherbrief vor uns und müht sich, die zerrissene Gemeinde wieder zusammenzubringen." (Julius Schieder in „Warum evangelisch?") Andere habén es langst gemerkt, aber mir ist es jetzt bei der Arbeit am 2. Korintherbrief besonders und unverrückbar deutlich geworden, dafi alle Bemühung um die Einheit der Christen davon auszugehen hat, dafí diese Einheit schon gegeben ist. Diese Einheit ist in ihrem Wesen gar nicht zu machen. Wie soll gemacht werden, was schon ist? Alles Machen könnte nur Verunstaltung des Seienden bedeuten. Christus ist, ist einig und einzig, und seine Gemeinde gehört noch ganz anders zu ihm und seinem Wesen hinzu, als wir es bislang dachten. Im 1. Korintherbrief argumentiert Paulus in die Uneinigkeit der Gemeinde hinein immer von der vorgegebenen unzerreifíbaren, wesenhaften Einheit aus. (So ist auch Schieders Vergleich nur zu verstehen.) Bemühung um Einheit der Christen kann alsó nur in der Abschaffung dessen bestehen, was ihre grofie Einheit vernebein und unglaubhaft machen will. (Vgl. das Gesprách des Calvinisten mit dem Orthodoxen auf S. 41 dieses Heftes.) Bemühung um Einheit der Christen ist nie Herstellung der Einheit. Herstellung der Einheit ist schon haretisch. Da die Gesprache um die Einheit der Christen gottlob angefangen habén, wird die Bibelwoche 1964/65 mit den Texten des 2. Korintherbrief es ein gewichtiges aktuelles Wort zu sagen habén. Wir sind glücklich, diese Texte predigen zu dürfen. Es könnte eine grofie Überraschung geben.