Bővebb ismertető
EINFÜHRUNG
§ 1. Begriff und Aufgabe der Einleitungswissensdiaft
Mit dem Ausdrudc „Neuer Bund" oder „Neues Testament" [xaivii öiaijxrj, Novum Testamentum) bezeidinet das urdiristlidie Sdirifttum die neue, von Jesus Ciiristus begründete Heilsordnung, die den Alten Bund abgelöst hat (vgl. 2 Kor 3, 6; Gal 4, 24; Hebr 8, 6; 9, 15; 12, 24). Der Name geht auf Christus selbst zurüdc, der beim letzten Abendmahl sein Blut (d. h. seinen Tod am Kreuze) als Begründung eines neuen Bundes mit der Mensdiheit bezeidinet hat (Mt 26,28; Mk 14,24: „mein Bundesblut"; Lk 22,20; 1 Kor 11,25: „Dieser Keldi ist der Neue Bund in meinem Blute"). Seit dem Ende des 2. Jh. legte die diristlidie Kirdie diese Be-zeidinung audi der Sammlung ihrer eigenen urdiristlidien heiligen Sdirif-ten bei, während sie die von der Synagoge übernommenen heiligen Sdiriften „Altes Testament" ^TraAataöta^ijpcj^j nannte. Jene urdiristlidien Sdiriften sind zwar bereits im Laufe der 2. Hälfte des 1. Jh. entstanden, wurden aber erst im Verlauf des 2. Jh. den aus dem Judentum übernommenen als eine zweite Sammlung heiliger Sdiriften von gleidier Autorität zur Seite gestellt (vgl. § 5, 2). Ihre Zahl stand nidit von Anfang an fest. Erst seit dem 5. Jh. sind in der lateinisdien und griediisdien Kirdie alle 27 Sdiriften allgemein anerkannt, die den heutigen Kanon des NT bilden, nämlidi die Ew nadi Mt, Mk, Lk, Joh, die Apg des Lukas, 14 paulinisdie Briefe, 7 katholisdie Briefe und die Apk des Johannes.
Der Name „Einleitung" bezeichnet Wesen und Aufgabe unserer Disziplin nidit eindeutig. An sich könnte man darunter die Gesamtheit der Kenntnisse verstehen, die zum vollen wissenschaftlichen Verständnis der Bibel notwendig oder nützlich sind (Hermeneutik, biblische Zeitgeschichte, Geographie, Archäologie, Philologie usw.). Doch hat die Entwicklung der Bibel Wissenschaft dahin geführt, daß man ihr heute ziemlich allgemein folgende Fragen zuweist:
1. die Entstehungsverhältnisse der einzelnen Schriften (Verfasser, Leserkreis bzw. Adressaten, Zeit und Ort der Abfassung, Veranlassung und Zwedi, Darstellungsweise, Quellen, Integrität), also die Fragen, die herkömmlicherweise in der Literaturgeschichte behandelt werden;
2. das Werden der Sammlung dieser Bücher, d. h. die Geschichte des Kanons (gehört streng genommen in die Dogmengeschichte);
3. die Überlieferung des Wortlautes dieser Schriften, und zwar sowohl des Urtextes als der alten Übersetzungen, d. h. die Textgeschichte.
Teil 2 und 3 werden als „allgemeine Einleitung", Teil 1 als „besondere Einleitung" bezeidinet.
1 wikenhauser, NT