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Durch die grüne Hölle
Mayer war sicher, daß auch ein zweiundsiebzigjähriger, vergreisender Mensch auf einer Abenteuerreise durch den brasilianischen Dschungel nicht versagen könne, wenn er sich geistig und körperlich nur angemessen vorbereitete. Er hatte sein Leben lang eiskalte Flüsse durchschwömmen, war im äthiopischen Hochland beinahe zum Opfer plündernder Horden geworden, und später, am Oberlauf des Blauen Nils, als er sich langsam wieder auf Khartum zuarbeitete, weil es ihn nach den Freuden einer afrikanischen Großstadt verlangte, hatte ihm ein Krokodil die Sehne des linken kleinen Zehs durchgebissen, was ihm noch manchmal beim Auftreten Schmerzen verursachte, besonders wenn er neue Schuhe trug.
Sorgen bereitete ihm nur sein jüngerer einundsiebzigjähriger Bruder Alfons. In allem das Gegenteil, war er ein wandelndes Leichentuch: schmalbrüstig, zerbrechlich wie eine Glasstange, und der geringste Durchzug warf ihn um.
Schon die Überquerung einer morastigen Weide führte unweigerlich dazu, daß er sich eine Fraktur des Unterschenkels zuzog. Oder wegen nasser Füße eine Grippe durchlitt, gegen deren Schweregrad die Lungenentzündung eine harmlose Erkältung ist. Er pflegte seine Tage mit Vorliebe bei heruntergelassenen Rolläden in einem dumpfen, seit Jahren ungelüfteten Zimmer zu verbringen. Jeder Ausflug in die hellen, gut gelüfteten Räume des übrigen Hauses trug ihm unweigerlich eine Allergie ein (vorausgesetzt, er litt nicht gerade an gewöhnlichem Heuschnupfen - denn immerhin war sein Zustand so ausgeglichen, daß er niemals zwei Krankheiten auf einmal durchstehen mußte). Während der hellen Tagesstunden, in denen spärliches Licht durch die Rolläden fiel, saß er mit einer warmen Decke