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Im Kranz der Berge
Die geräuschlosen Leichttriebwagen der Schweizerischen Sijdostbahn sind eine Spitzenleistung der Technik und bringen Einsiedeln viele Besucher, die auf den alten Pilgerstraßen wohl nie den Weg zum «Finstern Wald» gefunden hätten. Zürich und Zug, Rapperswil, Brunnen und Luzern sind nicht mehr der ferne Startplatz einer mühevollen Tagereise; Einsiedeln liegt heute fast vor ihren Mauern, in einer kurzen Stunde mit Bahn oder Auto leicht erreichbar. - Und doch, wer Einsiedeln erleben will mit Herz und Auge, wer etwas erahnen will von alter Pilgersehnsucht, wer sich in seiner Seele sammeln will auf alles Große, das ihn hier erwartet, der muß auch heute noch zum Wanderstabe greifen, und seine Mühe ist nicht umsonst.
Fünfgliedrig ist das alte Straßennetz, das aus dem Norden, Süden, Westen und Osten, konzentrisch wie die Finger unserer Hand, dem Mittelpunkt des Tales entgegenstrebt. Und jeder dieser Wege hat seine Geschichte und sein Geheimnis.
Wer über Schwyz rechts an den Mythen vorbei den Holzeggpaß (1407 m) ersteigt oder links der Mythen die Haggenegg (1417 m) erreicht, den grüßt jenseits der Wasserscheide noch heute ein stilles, weltverlorenes Tal mit rauschenden Wäldern bis zum fernen Etzel, und kleine Wegkapellen gedenken der Pilger aus Uri, Tessin und Piémont, die einmal auf diesen Wegen beteten. Doch immer wieder verdecken die Hügel das Wanderziel, und erst zuletzt entsteigt dem Dunkel der Tannen das Brüderpaar der herrlichen Klostertürme.
Ganz anders, weit und groß, oft auch umdüstert von einem Hauch einsamer Wehmut, umfängt das Hochtal den Pilger am Etzelpaß (959 m). Aber das Ziel der Reise winkt bereits von ferne: Leuchtend weiß wie der Schnee und die