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Jo fluchte. So richtig. Und auf Allgäuerisch. Herrgottsakrament-noamoal. Kruzifix! Sie verfluchte ihre Idee. So was Dämliches aber auch. Eine Idee entsprungen in lauen Sommernächten, in denen Bilder aufsteigen von weiß gedeckten Tafeln, die von Kerzenleuchtern gekrönt sind, Tafeln unter Apfelbäumen, an denen Menschen in wunderschönen Gewändern sitzen. Ja, eine Mischung aus Märchen, Telenovela und Bianca-Roman! Aber in Märchen, Tele-novelas und Bianca-Romanen herrscht immer schönes Wetter, regieren endlose Sommer.
Es regnet nie. Hier aber regnete es. Seit einer Woche ohne Un-terlass. Bis auf kurze Regenpausen, wo Petrus wohl Kraft schöpfte, um dann erst recht die Brause aufzudrehen. Auch heute hatte der himmlische Regenmacher die Erholungsphase nur genutzt, um nun neues Wasser zu schicken, das wie ein undurchdringlicher Vorhang fiel. Und so klatschten die wunderschönen Gewänder schwer um Jos Beine. Wie nasse, schwere Samtvorhänge. Oder wie voll gesogene Putzlumpen.
Ja, es war eine höchst dämliche Idee gewesen, dass alle Mitarbeiter schon weit im Vorfeld des Turniers in historischen Gewändern rumlaufen sollten. Jo hatte diese Idee gehabt, als sie vor vier Wochen die Leitung der PR-Abteilung des größten Ritterturniers der Welt übernommen hatte. Drei Wochenenden im Juli war Schloss Kaltenberg zwischen München, Landsberg und Augsburg der Nabel der Mittelalterwelt. Wenn es bloß schon Juh wäre! Die Vorbereitungszeit war die Hölle. Der Regen auch. Sakrament, wirklich eine extrem dämliche Idee!
Und eine nicht minder dämliche Idee war das mit den Interviews gewesen. Weil doch die zugrunde hegende Story des Turniers auf der Suche nach dem Gral basieren sollte, hatte Jo die Idee gehabt, imaginäre Interviews mit den Rittern der Tafelrunde zu führen, um die User der Homepage so in die Geschichte einzufüh-