Bővebb ismertető
Im ersten Kapitel erzáhlt Jan Sonntag, wie er mit seinem Mádchen Sabine Zeisig nach Süden ritt Gegen Mittag, als die Hitze über den Feldern wie ein feiner Vorhang waberte und der Asphalt in der Ferne zu glitzern begann, drehte ich das Gas so auf Sparflamme, dafi meine urige Maschine aus Zschopau, die es in guten Stunden glatt auf hundertdreifíig brachte, das langsamste Gefáhrt strafiauf und strafíab wurde, ausgenommen Heuwagen, Fahrráder und Mopeds álterer Bauart. Allah sei Dank! rief das Bienchen, das mir hinten aufsafi. Die schöne Welt kriegt mich unversehrt wieder. Das Bienchen hatte schon hundert Meter nach dem Start im Spreewald meine zügige Fahrweise einen halsbrecherischen Irrsinn geschimpft. Und als ich auf freier Strecke etwas aufdrehte, hatte es mir zur Warnung die lateinischen Namen von Knochen, die wir uns brechen könnten, in mein schaumledergeschütztes Ohr geschrien. Tibia, Humerus, Ossa nasalia und alle diese Sachen. Obwohl Sabine zum erstenmal in ihrem Krankenschwesternleben auf einem Motorrad fuhr, war bereits jetzt abzusehen, dafi sie dem Blitzschnellen ganz und gar keinen Geschmack abgewinnen konnte; sie würde nie erahnen können, welches Gefühl die Seele durchzieht, wenn man mit singendem Zweitakter die Ferne erfáhrt. Schade drum, immerhin war sie das erste derartige Mádchen auf der Sitzbank der Lokomotive. Den bisherigen ausnahmslos - der auf Motorrennen versessenen Silvia oder der hochtourigen Marion nur mai beispielsweise - waren die Stunden mit hundert Kilometern immer die liebsten gewesen. Ein Düsenflugzeug jagte der Umdrehung des Planeten nach. Es malte einen lichten Streifen an den Himmel. Ich sah ihm mit schmal zusammengekniffenen Augen nach, und ein unbe-