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EL GRECO OMENICO THEOTOCOPULI, GENANNT EL GRECO, war ein Zeitgenosse von Cervantes und Shakespeare. Sein bekanntestes Gemálde, Das Begrábnis des Grafen Orgaz", vollendete er sieben Jahre bevor die erste gedruckte Ausgabe eines Shakespeare-Buches erschien, seine Arbeit an den Bildern für das Hospitál de la Caridad in Illescas falit in die Zeit der Erstausgabe des Don Quichote". Dafi Shakespeare und Cervantes zu den gröfiten Geistern der Menschheit gehören, ist eine nicht allzu alte Erkenntnis; für die Bedeutung Shakespeares hatten Lessing, Herder und Goethe noch zu kampfen, für den Ruhm des Cervantes die Romantiker. Die Gröfie El Grecos aber hat erst unsere eigene Generation erkannt. Der Wert und die Notwendigkeit der Phaidon-Ausgabe des Grecowerkes liegt darin, dafi man hier zum erstenmal Greco sieht". Die 245 Tafeln dieser Veröffentlichung bringen eine reiche Auswahl aus seinem Gesamtschaffen, ohne durch Reproduktion aller Wiederholungen zu ermüden; nur von einigen Gemálden sind auch Repliken reproduziert, besonders dann, wenn eine einfarbige Wiedergabe einer farbigen gegenübergestellt werden konnte. Was aber als Hauptleistung der Phaidon-Ausgabe gewertet werden sollte, sind die hundert Detailaufnahmen, die mit vielen Mühen und Kosten beschafft wurden; sie bringen Stücke der Bilder in eine geradezu erschreckende Blicknahe und lassen Grecos Pinselschrift in ihrem ganzen Ungestüm erkennen; sie zeigen in Originalgröfie oder in ertraglicher Verkleinerung (das Verhaltnis ist überall angegeben) Hauptteile der Gemálde, Köpfe, Hánde und gestickte Gewánder, alles bis zur Struktur der Malleinwand genau, aber auch verborgene Schönheiten im Hintergrund, die plötzlich grófi und überwáltigend vor das Auge treten. Dieser Bildband" versucht alsó auf rein optischem Weg den gröfiten, aber auch schwierigsten Maler des Frühbarocks uns nahezubringen. Domenico Theotocopuli wurde 1541 in Phodele bei Can dia, der Hauptstadt Kretas, geboren. Um die Maierei zu erlernen, kam er nach Venedig; er arbeitete im Atelier Tizians, vielleicht auch in dem des Jacopo Bassano und des Tintoretto. Eine Empfehlung des Miniaturisten Don Julio Clovio brachte ihn 1570 nach Rom, in den Palast des Kardinals Farnese. Seit Juni 1577 ist er in Toledo nachweisbar, wo er als ersten Auftrag den Altar von Santo Domingo ausführte (Tafel 20-30). Er trat in Beziehungen zu Dona Jerónima de las Cuebas, die ihm im Jahre 1578 einen Sohn schenkte, der auf den Namen Jorge Manuel getauft wurde. Der Altar von Santo Domingo war im Hochsommer 1579 vollendet, auch die Altararchitektur, deren Ausführung El Greco vertraglich übernom-