Bővebb ismertető
Einleitung
„Kretagab ihm das Leben. . (Paravicino zum Tode von El Greco, 1614)
Spaniens erster großer Maler war kein Spanier, sondern ein Grieche aus Kreta im östlichen Mittelmeer. Wenn wir einer Aussage Glauben schenken dürfen, die er gegen Ende seines Lebens abgab, so wurde Domenico Theotocopuli — wie sein eigentlicher Name lautet — im Jahre 1540 oder 1541 geboren. Ganz sicher ist diese Jahreszahl allerdings nicht, denn manches deutet auf ein etwas späteres Geburtsdatum hin. Vergeblich hat man auch über seine Kindheit und Jugend, die er sicherlich in Kreta verbracht hat, etwas auszumachen versucht; es fehlen darüber jegliche Quellen.
Eines nur steht fest: Die Jahre auf der griechischen Insel haben sich seinem Wesen tief und dauerhaft eingeschrieben. In den frühen Mannesjahren, die er in Italien verlebte, wurde diese heimatliche Prägung vorübergehend überdeckt durch die unendliche Vielfalt der westlichen Renaissancekultur, welche dort auf ihn eindrang. Aber später kam seine griechische Wesensart, obwohl er noch weiter von dem Land seiner Herkunft entfernt war, wieder zum Vorschein. In einem Sonett, das der große toleda-nische Dichter Paravicino als Nachruf für seinen Freund, den großen „toledanischen" Maler, verfaßt hat, wird gerade die Bedeutsamkeit seines byzantinischen und mittelalterlichen Ursprungs besonders hervorgehoben.
Wenn wir auch von Domenicos Eltern und seiner weiteren Verwandtschaft nichts wissen, so deutet doch alles darauf hin, daß er einer Familie der gehobenen Schichten entstammte, die ihm eine allseitige Bildung angedeihen lassen konnte. Er muß einen gründlichen Unterricht in griechischer Sprache und Literatur erhalten haben, und diese Studien setzte er ein ganzes Leben lang fort. Francisco Pacheco, ein gelehrter Maler und Dichter aus Sevilla, zugleich Lehrmeister und Schwiegervater des Velasquez, berichtet von einem Besuch bei dem greisen El Greco in Toledo im Jahre 1611 und schreibt darüber, er sei „ein großer Philosoph" gewesen, „scharf in seinen Bemerkungen". Und die Bibliothek, die El Greco hinterließ, enthielt viele Werke griechischer Philosophen und Dichter sowie Erbauungsbücher in seiner Muttersprache. In Italien hat er sich dann offenbar ebenso dem Studium der italienischen Philosophie und Dichtung gewidmet.
Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt El Greco aller Wahrscheinlichkeit nach in Kreta, vielleicht sogar im Kloster der heiligen Katharina, der damals bedeutendsten Malerschule der Insel. Auf dieser Grundlage entstand das früheste bekannte Werk seiner Hand, das Modena-Triptychon, das er aber erst in Italien gemalt hat. Kreta befand sich in dieser Zeit noch vöUig im Mittelalter. Seine Klöster waren die einzigen Orte der Kunstübung und Gelehrsamkeit. Es blieb eng an den Osten gebunden und