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Vorwort zur ersten Auflage.
Die Elektrochemie hat einen eigenartigen Entwicklungsgang genommen, üaß die geheimnisvolle Naturkraft der Elektrizität in das ebenso geheimnisvolle Spiel der chemischen Kräfte eingreifen kann, war für Chemiker und Physiker eine schon bei ihrem ersten Bekanntwerden nur allzu fesselnde Tatsache. Ein sehr umfangreiches, für die theoretische Entwicklung zumal der Chemie zum Teil höchst bedeutungsvolles Beobachtungsmaterial wurde schon in den beiden ersten Dritteln des vergangenen Jahrhunderts von zahlreichen Forschern zusammengetragen, unter denen Namen wie Davy, Berzelius, Faraday, Bunsen besonders hervorglänzen.
Als dann die von W. Siemens angebahnte Entwicklung der Dynamomaschine, als die Elektrotechnik die elektrische Energie verhältnismäßig billig zu erzeugen lehrte, gewannen die in den voraufgehenden Jahrzehnten gesammelten elektrochemischen Erfahrungen der Wissenschaft hohes technisches Interesse. Man zögerte nicht, die praktische Verwertung geeigneter elektrochemischer Prozesse zu versuchen: Ende der siebziger Jahre begannen die ersten Versuche der elektrolytischen Kupferraffination, und die Mitte der achtziger Jahre sah die ersten Bemühungen um die Aluminiumbereitung und die technische Alkalichloridelektrolyse.
Allein die große Einfachheit, welche bei den früher im kleinen Maßstabe ausgeführten Laboratoriumsversuchen in den Beziehungen der elektrischen und der chemischen Erscheinungen zutage getreten war, verschwand in gewissem Grade, als man beim Arbeiten im großen Maßstabe auch alle Einzelheiten und Nebenvorgänge in Betracht ziehen mußte. Kein Wunder, wenn manchem technischen Forscher die genannten Beziehungen jetzt nur noch geheimnisvoller, und darum die Lösung ihrer Rätsel nur noch verlockender erschienen. Es darf als ein schöner Erfolg treuester, systematischer Beobachtung bezeichnet werden, daß es auf mehreren Gebieten der technischen Elektrochemie gelang, die der Durchführung ihrer Probleme sich entgegenstellenden Schwierigkeiten zum guten Teil zu überwinden, ohne daß jenen Forschern eingehende theoretische Vorstellungen über die Natur der Vorgänge zu Gebote standen, deren allseitige Beherrschung sie anstrebten, und ohne daß die elektrische Meßkunst schon die bequemen und zuverlässigen Instrumente zur Verfügung gestellt hätte, deren wir uns heute bedienen.
Inzwischen aber hatte auch die theoretische Forschung nicht geruht: Über den Zustand der gelösten Stoffe brachte van't Hoffs Lösungstheorie (1885) uns eine außerordentlich fruchtbare Vorstellung, und dies erwies sich insbesondere, als Arrhenius (1887) sie, auf Hittorfs und F. Kohlrauschs