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SILVESTERSTRESS
Jetzt müíke ich eigentlich schon irrsinnig aufgeregt sein, weil ich gleich auf eine Silvesterparty gehe, zu der mich ein Mensch namens Lionel eingeladen hat. Meine kleine Schwester Sheila hat mir seine Telefonnummer aufgedrángt, weil er hier in Den-ver wohnt und ihr stumpfsinniger Gatte vor elf Jahren mit ihm in Washington an der Uni mai Baslcetball spielte, und nachdem ich immer noch ungebunden bin (wofür sie mich schlicht bemit-leidet, weil ich als Álteste von uns vier Geschwistern die einzige bin, die erst noch laut und deutlich ja sagen mufi), macht sie sich Sorgen um mich. Sie und Mama meinen immer, dafi ich hier draufien in der Pampa vor Einsamkeit verschmachte, aber das stimmt einfach nicht. Na ja, manche Tage und auch Náchte sind schon hart, aber ich bin noch nicht soweit, dafi ich nehme, was ich kriegen kann. Es ist námlich zweierlei, ob man mai einen Schluck vertragen könnte oder lcurz vor dem Verdursten ist.
Sheila und Mama fanden dagegen immer, der Spatz in der Hand sei immer noch besser als die Taube auf dem Dach, aber weit habén sie es damit auch nicht gebracht. Mama, die sich auf jedwedem Gebiet für eine Expertin hált, hat selber seit siebzehn Jahren keinen Mann mehr gehabt, und wenn ich wüfite, wo mein Vater steckt, würde ich ihn wahrscheinlich umbringen, weil sie wegen ihm so bittér geworden ist. Er hat ihr das Herz gebrochen, und davon hat sie sich nie wieder erholt. Und Sheila? Die reicht alljáhrlich die Scheidung ein und ruft mich auf meine Rechnung von irgendeinem biliigen Motel aus an, wo sie sich mit den Kindern versteckt hált, bis sie Paul die Klage offiziell hinknallen kann. Ich darf mir stundenlang ihr Gejammer anhö-ren, dafi sie von ihm endgültig die Schnauze voll hat und dafi er sich diesmal garantiert nicht noch mai einschmeicheln kann. Und dann ruft sie ihn treudoof doch wieder an, setzt ihm zum