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Um 10.27 Uhr morgens landete auf dem schmutzigen Dschungelflugplatz Homalin im Norden von Birma ein kleines Flugzeug. Es war ein uralter, klappriger Kasten, mit roter Leuchtfarbe bemalt, und der Pilot, der ihn flog, mußte ein mutiger Mensch sein, denn mit solch einem verrotteten Ding über Urwälder, Berge, Sümpfe und unerforschte Flußläufe zu fliegen, setzte Kaltschnäuzigkeit voraus oder vielleicht auch nur asiatische Ruhe und die Erkenntnis, daß das Leben früher oder später doch beendet werden mußte und man sich die Art zu sterben nicht aussuchen konnte. Die kleine, viersitzige Maschine tanzte über die Graspiste, ein armseliges Flugfeld, höckerig wie ein Waschbrett, aus dem Dschungel herausgeschlagen und an allen Seiten auch wieder abrupt in den feuchten Regenwald übergehend. Die Räder schlugen auf, das Flugzeug wurde durchgeschüttelt, rollte aus, fuhr einen Bogen und stand dann mit ächzendem Motor mitten auf dem Platz. Der rotlackierte Propeller drehte sich träge und blieb in; waagerechter Lage hängen,
Kaum war das Knattern des Motors erstorben, öffnete sich die Tür der Kanzel, zwei Pappkoffer flogen auf die Erde, ein Mann sprang ihnen nach und reckte sich, als sei er bisher zusammengeklappt transportiert worden. Dann lehnte er sich gegen den Flugzeugrumpf und wischte sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn.
Niemand erwartete ihn. Nur die feuchte, den Atem benehmende faulige Dschungelhitze schlug ihm entgegen. Er war ein Mann, von dem man früher gesagt hätte: Er ist ein Mordskerl. Aber davon war wenig übriggeblieben. Die breiten Schultern hatte er behalten. Er war mittelgroß. Über den Kopf wucherten dunkelbraune, von weißen Fäden durchzogene Haare. Graublaue Augen musterten mit einem Blick voller Ekel