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Einfiihrung
Die Britischen Inseln liegen vor dcr Nordwestküste Euro-pas; dazu werden zwei groBe und etwa 5000 kleinere Inseln gerechnet. Auf diesen Inseln gibt es zwar weder atem-beraubend hohe Gebirge noch sonnige Palmenhaine; aber ebensowenig kennen sie die eisigen Winter oder aus-gedörrten Öden anderer Lánder. Der Mangel an Extrémén gehört zu ihrem Reiz und ist zugleich Ursache für die eigenartige Schönheit und Vielfalt ihrer Landschaft. Die Inseln umfassen heute zwei selbstándige Staaten: das Vereinigte Königreich von GroBbritannien und Nordirland und die Republik Irland.
Als im Jahre 43 n. Chr. die Römer nach Britannien kamen, gab es dort bereits jahrtausendealte Bauwerke frü-herer Kulturen, die auch heute noch zu besichtigen sind; dazu gehört in erster Linie das berühmte Stonehenge, die nördlich von Salisbury gelegene Kultstátte der Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit. Die Römer eroberten und besetzten alsó keineswegs ein «unterentwickeltes» Land; trotzdem war ihr kultureller und zivilisatorischer Vorsprung enorm, und der EinfluB, den sie vierhundert Jahre lang auf Land und Leute ausübten, war von prágender Kraft.
Nach dem Rückzug der Römer landeten im Jahre 470 n.Chr. die Angeln und Sachsen und besetzten England mit Ausnahme von Cornwall und Cumberland. Fünf-hundert Jahre spáter kamen die Dánén, und im Jahre 1066 erfolgte die Eroberung durch die Normannen; das war die Ietzte erfolgreiche militárische Invasion. Die Normannen errichteten máchtige Bollwerke und Festungen, so den Hauptturm des Londoner Tower, neue Klöster und Kirchen und gründeten groBe Baronien. Zu den Angelsachsen, anglisierten Kelten und Dánén kamen nun alsó die franzö-sischen Normannen als neuer Bevölkerungsteil hinzu. Bis ins 14. Jahrhundert hinein separierten sie sich — auch sprachlich — als Oberschicht, und erst danach kam es zu einer Verschmelzung und zur Entstehung der heutigen eng-lischen Sprache, die sowohl aus germanischen als auch französischen Elementen besteht.
London spielt seit Jahrhunderten eine führende Rolle, nicht nur als englische Hauptstadt, sondern auch als Kunst-und Kulturzentrum. Ein beliebtes Touristenziel ist Westminster. Die Bauten, die sich um die herrliche gotische Abtei gruppieren, entstanden auf Sumpfgebiet. Die meisten Herrscher Englands wurden in Westminster Abbey gekrönt und viele von ihnen auch dort bestattet. Ob sich der Besu-cher Londons für Geschichte oder Architektur, für Kunst oder Parkanlagen, für elegante Gescháfte oder das Nacht-leben interessiert, er kommt in jedem Fali auf seine Kosten.
Zu den Iandschaftlich eindrucksvollsten Gegenden der Britischen Inseln gehört Wales mit seinen malerischen Bergen und Tálern, Gebirgsbáchen und Wasserfállen, Waldseen, grünen Hügeln und heidebewachsenen Mooren. Das Herzstück von Wales sind die Cambrian Mountains; der Mount Snowdon ist mit seinen 1085 m der höchste Gipfel südlich der schottischen Grenze.
Seit 1955 ist Cardiff, die groBe Hafenstadt am Bristol-Kanal, die Hauptstadt von Wales. Die Eigenstándigkeit der Waliser, der Stolz auf ihr Land und ihre melodische Sprache sind ein wesentlicher Bestandteil der britischen Kultur.