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Entscheidung für die SPD [antikvár]

Entscheidung für die SPD [antikvár]

 
EinleitungDie Vorgeschichte der hier veröffentlichten Briefe und Aufzeichnungen hängt mit dem Jahr 1917, genauer: mit der Oktoberrevolution der Bolschewiki in Rußland zusammen. Lenin hatte sich bis 1916 mit seinen Auffassungen noch in der marxistischen Tradition der westeuropäischen Arbeiterbewegung bewegt, nach der Aufklärung und Organisation der Arbeiterklasse Bürgerkrieg und Anwendung von Gewalt als Mittel auf dem Weg zum demokratischen Sozialismus überflüssig gemacht hatten; die Anwendung von Gewalt kam - wenn überhaupt - nur als...
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EinleitungDie Vorgeschichte der hier veröffentlichten Briefe und Aufzeichnungen hängt mit dem Jahr 1917, genauer: mit der Oktoberrevolution der Bolschewiki in Rußland zusammen. Lenin hatte sich bis 1916 mit seinen Auffassungen noch in der marxistischen Tradition der westeuropäischen Arbeiterbewegung bewegt, nach der Aufklärung und Organisation der Arbeiterklasse Bürgerkrieg und Anwendung von Gewalt als Mittel auf dem Weg zum demokratischen Sozialismus überflüssig gemacht hatten; die Anwendung von Gewalt kam - wenn überhaupt - nur als von der herrschenden Klasse aufgezwungen in Frage. Aber in Staat und Revolution", seiner Programmschrift über die Aufgaben des Proletariats in der Revolution (geschrieben im August/September 1917), hat Lenin sich dann gegen diese Tradition entschieden: Die Befreiung der Klasse des Proletariats könne nur durch eine gewaltsame Revolution erfolgen, in der das Proletariat die Macht übemehmen und sich zur herrschenden Klasse erheben werde, die dann den Widerstand der Bourgeoisie durch die Diktatur des Proletariats unterdrücken werde.Nicht allein Karl Kautsky, die Autorität in Fragen der Theorie in der deutschen Sozialdemokratie vor 1914, sah in diesen Auffassungen Lenins den Bruch mit der bisherigen Theorie und Praxis des Sozialismus; nach Kautsky zwang dieser Bruch Lenin wider den Geist des Proletariats und des Soziahsmus zu blutigem Massenterror". Auch, vieknehr gerade Rosa Luxemburg, die Führerin des radikalen Flügels der deutschen Arbeiterbewegung vor 1914 und im Ersten Weltkrieg, kritisierte die Bolschewiki in ihrer Schrift über die Russische Revolution" vom Herbst 1918 aufs schärfste; sie vertrat hier die Auffassung, daß der einzige Weg zum Soziahsmus uneingeschränkteste breiteste Demokratie" sei, nannte den Terror ein stumpfes, ja zweischneidiges Schwert" und wandte gegen Lenins Praxis in eindeutiger Abgrenzung gegen ihn ein: Es ist die historische Aufgabe des Proletariats, wenn es zur Macht gelangt, an die Stelle der bürgerüchen Demokratie soziahstische Demokratie zu schaffen, nicht jegliche Demokratie abzuschaffen". Diese Schrift Rosa Luxemburgs ist erst 1922, vier Jahre nach ihrer Ermordung, veröffenthcht worden, so daß sie zeitgleich keine Wirkung haben konnte. Aber die genaue Analyse der Haltung Rosa Luxemburgs bei der Gründung der KPD Ende Dezember 1918 ergibt die gleiche Tendenz in ihren Aussagen. In dem von ihr verfaßten Programm des Spartakusbundes bzw. der KPD heißt es: Die proletarische Revolution bedarf für ihre Ziele keines Terrors, sie haßt und verabscheut den Menschenmord ", und in diesem Programm wird auch versprochen, daß die Kommunistische Partei nie anders die Regierungsgewalt übemehmen werde, als durch den klaren, unzweideutigen Willen der großen Mehrheit der proletarischen Masse in Deutschland".Die Erwartung dieser Masse in der Revolution 1918/19 war es, daß nach dem Ende des Krieges und dem Zusammenbruch der monarchisch-autoritären politischen Ordnung nunmehr die Gründe für die Spaltung der Arbeiterbewegung in Deutschland hinfällig geworden waren. Man erwartete, daß die Einheit der Arbeiterbewegung, die im

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Cím: Entscheidung für die SPD [antikvár]
Kiadó: R. Oldenbourg Verlag
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 3486523813
Méret: 140 mm x 220 mm
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