Bővebb ismertető
Vorwort
Das Buch „Entwicklung und Chemie der Heilmittel" ist in 3 Bände unterteilt. Im ersten Band werden die Heilmittel aus der Pflanzenwelt, im zweiten Vitamine, Hormone, Enzyme, Eiweißstoffe und im dritten, dem vorliegenden Bande, synthetische Heilmittel behandelt.
Das Gebiet der Heilmittelforschung ist im letzten Jahrzehnt außerordentlich gewachsen und kann nicht mehr von einem einzigen Spezialgebiet, sondern nur von der gesamten Naturwissenschaft aus betrachtet werden. Neben der Chemie und Biologie ist auch die Physik und die Pharmakologie in gleicher Weise an der Entwicklung eines neuen Heilmittels beteiligt. Die Durchdringung dieses Gebietes erfordert demnach ein umfangreiches Spe-zialstudium. Wir könnten dieses Gebiet der Entwicklung neuer Heilmittel als „therapeutische Chemie" bezeichnen, eben in ähnlicher Weise wie derjenige Teil der Physik, welcher sich mit den speziellen physikalischen Eigentümlichkeiten einer Substanz beschäftigt als „physikalische Chemie" und derjenige Teil der Chemie, welcher sich mit den biologischen Eigentümlichkeiten befaßt als „biologische Chemie" bezeichnet wird.
Die Chemiker haben nun begonnen, systematisch nach Substanzen zu suchen, welche als Heilmittel wirken können. Gewiß haben sich hierbei noch keine besonderen Gesetzmäßigkeiten ergeben, aber sie beginnen sich auf manchem Gebiete herauszuschälen. Diese Eigentümlichkeiten, welche zu Gesetzmäßigkeiten führen können, hervorzuheben, war ein wesentliches Ziel des Gesamtwerkes. Darum mußte die Einteilung des Buches besondere Bahnen einschlagen. Sie konnte weder nach chemischen, noch nach pharmakologischen Gesichtspunkten allein durchgeführt werden. Es wurde mehr der Entwicklungsgang der Heilmittel, das ununterbrochene Ringen nach Verbesserung der bestehenden Heilmittel in einer Linie aufgezeigt und diese Heilmittel als Meilensteine der Entwicklungslinie charakterisiert. So kommt es, daß Atebrin und andere synthetische Heilmittel nicht etwa im dritten Bande angetroffen werden, sondern im ersten Band, denn zum Aufbau dieser Heilmittel diente Chinin als Vorbild und die neuen synthetischen Malariamittel sollten erstmal durch größere Vorteile Chinin ersetzen. Dieses Ziel ist zwar weitgehend erreicht worden, aber die Forschung ruht nicht, sondern sucht ständig nach noch besseren Heilmitteln. Wir können feststellen, daß die wirklich großen und glänzenden Erfolge auf dem Gebiete der Entwicklung neuer Heilmittel mehr als auf jedem anderen Gebiet durch ein sinnvolles Zusammenwirken der Vertreter zahlreicher Wissens-und Forschungsrichtungen erzielt worden sind. So werden in dem vorliegenden Werk nicht allein die Synthese der Heilmittel, sondern auch die pharmakologische, therapeutische Wirkung, die Vor- und Nachteile ganz besonders ausführlich behandelt, ebenso die Dosierungsfrage. Dadurch soll