Bővebb ismertető
Vorwort Gegenstand und Aufgabe des Beitrags von Ottó Kimminich zum 6. Abend der Vortragsreihe »Das Recht und die Gesellschaft« war es, die Grundstrukturen und Entwicklungstendenzen des gegemvártigen Völkerrechts darzulegen. Der iveit gespannte Bogén der Gedankenführung des Vortrags ist sowohl in der Staatenpraxis als auch in den Erkenntnissen der Völkerrechtsdogmatik begründet. Die Uberlegungen nehmen ihren Ausgang bei den grundlegenden Problemen der modernen Völkerrechtswissenschaft, die heute ihren Weg suchen mufl zwischen zwei Extrémén: der deskriptiven Pedanterie im Elfenbeinturm und der simplizistischen Auffassung, dafí Völkerrecht íetztlich wirkungslos sei. Die staatliche Souveranitdt als Grundphanomen der zwischenstaatlichen Ordnung und die rechtliche Durchdringung von Krieg und Frieden durch das Völkerrecht folgen. Das Ende des klassischen Völkerrechts sieht Ottó Kimminich mit dem fortschreitenden Kriegsverbot gekommen. Die Umbruchssituation eröffnet zahllose neue Aspekte, Probleme, Versuchungen und Gefahren: - die mit der Normierung der Gewaltlosigkeit verknüpften Utopien; - die Entdeckung des Individuums, einschliefílich der Flüchtlinge und Minderheiten und ihr unbefriedigender Schutz im Rahmen der Menschenrechte durch die Staatenwelt; - die auch durch die Zusammenhánge von Technik und Völkerrecht geprágte Totalisierung des Krieges und das Wie de ra ufjla m men der Lehre vom gerechten Krieg; - ein neuer Friedensbegriff, der Sonderrechte der unterprivilegierten Staaten enthált, der Gewalt- und Interventionsverbot wie die Rechte und Pflichten der Neutralen relativiert, der zu vielfdltigen Spannungen mit dem Verstándnis der Völkerrechtsordnung als einem wertneutralen Koexistenzrechtführt.