Bővebb ismertető
Epilepsien gehören zu den häufigen Krankheiten. Obwohl epileptische Anfälle
zumeist leicht erkannt werden, differieren die Angaben über die Häufigkeit der
Epilepsien und über jährliche Zuwachsraten z. T. beträchtlich. Das liegt an der
Randunschärfe der Diagnose Epilepsie, die durch Schwierigkeiten in der Abgren-
zung zwischen Epilepsien und einzelnen epileptischen Anfällen bedingt ist, an der
Vielfalt der Ursachen der Epilepsien sowie an der auch heute noch beträchtlichen
Dunkelziffer, die sich aus Anfallsleiden ergibt, die nicht in ärztliche Behandlung
kommen (18). Die Altersgebundenheit der Erstmanifestation verschiedener Epi-
lepsieformen macht jede Häufigkeitsstatistik von der altersmäßigen Zusammenset-
zung der Stichprobe abhängig. Infolge der Altersabhängigkeit, der häufigen Ten-
denz zur Spontanheilung und der im Durchschnitt geringeren Lebenserwartung
wird die Prävalenz der Epilepsien mit steigendem Lebensalter geringer. Prävalenz-
und Inzidenzraten beschreiben damit das Vorkommen chronischer zerebraler Stö-
rungen mit epileptischen Anfällen nur global. Bei der Interpretation solcher Ziffern
muß bedacht werden, daß die darin enthaltenen Epilepsien Krankheiten mit diffe-
renten Ätiologien und mit unterschiedlicher Prognose und Therapierbarkeit dar-
stellen, die damit für den Betroffenen auch ganz verschiedene Bedeutung erlangen
können. Dieses gilt sinngemäß für alle Häufigkeitsaussagen, die sich auf Epilep-
sien ohne nähere Differenzierung beziehen.
Die Prävalenz der Epilepsien wird mit 0,4-0,5% angegeben (5, 12). Darunter
sind progrediente, stationäre und spontan heilende Verläufe zu verstehen. Die
Häufigkeit einzelner epileptischer Anfälle wird auf 4-5 % geschätzt. Die jährliche
Inzidenzrate der Epilepsien beträgt 0,03-0,05 %. Andere Erhebungen ergeben
Prävalenzen von 0,65 % und 0,67 %, bezogen auf Epilepsien mit mindestens 2 An-
fällen (3), bzw. fanden 0,69 % (6). Davon hatten die Hälfte der Patienten bis zum
Zeitpunkt der Erfassung weniger als 6 Anfälle gehabt. Die jährliche Inzidenzrate
in der gleichen Population betrug 0,064 %. Am größten ist sie innerhalb der ersten
4 Lebensjahre. Gesicherte Geschlechtsunterschiede gibt es nicht, wenn alle Epilep-
sieformen zusammen betrachtet werden. Auf Geschlechtsdifferenzen bei einzelnen
Anfallsformen wird in Kapitel 3 eingegangen.
Der Begriff epileptischer Anfall bezeichnet ein Symptom und ein akutes Ereignis;
für die Diagnose Epilepsie wird oft das wiederholte Auftreten epileptischer Anfälle
im Verlauf gefordert. Der Begriff Epilepsie wird z. B. definiert als „eine chroni-
sche Funktionsstörung des Gehirns auf der Basis verschiedener Ursachen, die durch
wiederkehrende Anfälle auf Grund exzessiver Entladungen zerebraler Neuronen
gekennzeichnet ist und die mit einer Vielzahl klinischer und Laborbefunde einher-
geht. Ein einzelner epileptischer Anfall, oder auch gelegentliche epileptische An-
fälle (z. B. Fieberkrämpfe und Eklampsie) begründen deshalb die Diagnose Epi-
lepsie ebensowenig wie mehr oder weniger häufig auftretende epileptische Anfälle