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I. Advent (27.11.66) Matthäus 21,1-^
Liebe Gemeinde!
„Advent ist mir die liebste Zeit im Kirchenjahr." Diese Überzeugung wird in der Gemeinde Gottes nicht vereinzelt bleiben. Manches Gefühlsmäßige schwingt bei dieser Zuneigung zur Adventszeit mit. Bei den Älteren gesellen sich dazu Erinnerungen, wie man einst gefeiert hat. Etwa im Jugendkreis oder in der Familie mit manchem schönen Brauchtum. Gewiß ist es angenehm, in die Kerzen zu schauen und sidi adventlich stimmen zu lassen. Aber dadurch, daß einer in die Kerzen schaut, wird er nicht fromm. Bei all den Adventssitten müssen wir dessen eingedenE sein, daß wir die erste Adventskerze dem anzünden, von dem es in unserem Evangelium heißt: „Siehe, dein König kommt zu dir!" Die Gemeinde des Advents ist froh, weil sie weiß: Einer ist da, der sein Wort hält. Zu Advent dürfen wir das Lied von Gottes Treue anstimmen: „Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat." Der Einzug Jesu zeigt uns seine arme Gestalt. Der König Jesus ist in das Gewand eines Wallfahrers gehüllt. Der Kommende erscheint als alles andere, nur nicht als ein Herrscher. Hier geht es um das Geheimnis seiner Niedrigkeit. Wir sehen vor uns einen Herrn, der auf einem Esel reitet. Das darf doch als Zeichen für die Armut, die Demut und den Friedenssinn genommen werden. Luther sagt in einer Predigt: „Dieser Bettelkönig hilft gegen der ganzen Welt Sünde." Er erkannte die Erniedrigung Jesu. Er sah eben, was den Unterschied Jesu gegenüber allen ausmacht, die sich sonst als Herrscher ausgeben und es auch sind: Er ist der König der armen Gemeinde. Als solcher zieht er, wie Sadiarja 9 es sah, ein. Dies ist von Andersdenkenden oft belächelt worden. Der Perser Sapor äußerte sich spottend zu einem Rabbiner über dessen Messias, der auf einem Esel angeritten kommen sollte. Er sagte: „Ich will ihm gern eins meiner edlen Rosse zur Verfügung stellen." Der Rabbiner antwortete: „Ihr könrit mir gar kein Roß stellen, das für ihn gut genug wäre; denn ihr müßt wissen, daß jener Esel gegen hundert Farben haben wird." Der Rabbiner hatte also das prophetische Wort nicht begriffen, denn er wollte die Niedrigkeit in eine einzigartige absonderliche Schönheit verwandeln.
Der König in Knechtsgestalt hat der Welt noch nie imponiert. An diesem
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