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Im Dezember 1969 machte ein Vorkommnis Schlagzeilen, das die Empörung der zivilisierten Welt hervorrief: das kalifornische Pop-Festival, eine Veranstaltung der Rolling Stones mit ihrem Star Mick Jagger, zu dem als „Ordnungshüter" die berüchtigten Hell's Angels engagiert waren. Auf eine ehemalige Rennbahn, die etwa zehntausend Menschen Platz bot, strömten damals über dreihunderttausend vorwiegend junge Leute, von denen die meisten in Schmutz und Regen unter freiem Himmel kampierten. Ein unbeschreibliches Chaos brach aus: Ein Mord, Todesfälle, Fehlgeburten, zahllose Verletzte und eine durch Abfall geschändete Landschaft waren die Bilanz. Tibor Dery hat dieses Ereignis zu einem beeindruk-kenden literarischen Werk verarbeitet. In den Mittelpunkt des Geschehens stellt er das Schicksal der ungarischen Jüdin Esther, die durch die von Alkohol, Rauschgift und Beatmusik entfesselte Menge irrt und schließlich aus Verzweiflung, Angst und Einsamkeit eine Überdosis Heroin nimmt - sie stirbt nach einem vergeblichen Rettungsversuch. Die Parallele zur Barbarei der Faschisten drängt sich auf, die Esthers Eltern ermordeten, als sie noch ein Kind war: Bilder aus der Vergangenheit und die apokalyptisch anmutende Szenerie des Höllentanzes von Kalifornien stürmen auf die Heldin ein und lassen sie zusammenbrechen.
Tibor Dery, der aufmerksame Beobachter auch der spätkapitalistischen Zivilisation, erhebt hier Anklage gegen eine Gesellschaft, die ihre Jugend nicht nur manipuliert und zur Hoffnungslosigkeit verurteilt, sondern die selbst noch aus der Flucht dieser Jugend in Drogenrausch und „Blumendasein" Profit zieht.