Bővebb ismertető
Geleitwort
Die Postgeschichtsschreibung hat in Deutschland schon viel3 Arbeiten größeren
oder kleineren Umfangs hervorgebracht, die entweder den Versuch unternahmen,
eine Gesamtdarstellung der postgeschichtliehen Entwicklung zu geben, oder sich an
einzelnen Themen dieses vielseitigen Wissensgebietes erprobten. Ein guter Teil von
ihnen hat für uns Menschen von heute nur noch auf wenigen speziellen Interessen-
gebieten Bedeutung. Andere Veröffentlichungen wiederum haben über Jahrzehnte
hinweg ihre Stellung zumindest in grundsätzlichen Fragen bewahren können und
werden daher als Standardwerke der deutschen Postgeschichtsforschung aufgefaßt.
Es durfte infolgedessen von vornherein auf die besondere Aufmerksamkeit aller an
postgeschichtlichen Fragen interessierten Menschen gezählt werden, als der Urania-
Verlag in dankenswerter Weise einem Autor die Möglichkeit gab, dieses stets aufs
neue aktuelle Gebiet einmal von einem anderen als dem bisher üblichen Standpunkt
zu durchforschen und in neuer Sicht darzustellen. Das Ergebnis dieser Arbeiten liegt
nunmehr in dem Buch „Erdball olme Grenzen" vor uns.
Das Post- und Fernmcldewesen in seiner modernen Gestalt ist von solcher welt-
umspannender Bedeutung, daß es Eulen nach Athen tragen hieße, hierüber noch
besondere Ausführungen zu machen. Dessenungeachtet besteht aber in weiten
Kreisen der Benutzer der Post- und Fcrnmeldeoinrichtungen oft noch darüber sehr
große Unklarheit, welche gewaltige technische und kulturelle Leistung im Nach-
richtenwesen der Gegenwart ihren Niederschlag gefunden hat, so daß es für eine
Nachricht auf unserem Erdball heute tatsächlich keine Grenzen mehr gibt. Endeten
in frühen Zeiten Nachrichtenübermittlung und Nachric htenbeförderung oft bereits
an den natürlichen Hindernissen - etwa in Gestalt der Flüsse und Berge, schon gar
nicht zu sprechen von den Weltmeeren, die sieh vielfach unüberwindlich dem Men-
schen in den Weg stellten - so waren es in noch nicht sehr lange zurückliegenden
Zeiten oft willkürlich gezogene Grenzen innerhalb eines Volkes oder zwischen den
Völkern, die die Nachrichtenübermittlung manchmal ganz in Frage stellten oder sie
zumindest in hohem Maße erschwerten. Alle diese Grenzen verloren ihren trennenden
Charakter oder waren nun kein wesentliches Hindernis mehr, als sich die verschie-
denen Postverwaltungen im Weltpostverein zusammenfanden und als es der Mensch-
heit gelang, sich immer weiter verbesserter technischer Nachrichtenmittel zu be-
dienen. Freilich wuchs damit auch ihre Verantwortung, so daß das Nachrichten-
wesen bald zu einem machtvollen Instrument staatspolitischer Natur wurde, das
nicht selten auch gegen die Interessen vieler Menschen eingesetzt wurde.