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EINLEITUNG
Ein Meister hei der Arbeit
Juni 1^66
Strawinsky wieder! (immer noch? oder erst recht?): vierand-achtzig letzte Woche und immer noch komponierend, immer noch seine Meinung äußernd, immer nodi vital. Eben diese Aktualität ist es, die das ihm gewidmete Musikfest in der Philharmonie Hall im kommenden Monat auszeichnet. Eine Huldigung von solchem Ausmaß wird selten einem aktiven Zeitgenossen zuteil, schon deswegen, weil die meisten Künstler, wenn sie das Lebensalter der Huldigungen erreicht haben, schöpferisch längst in der Periode ihres ersten Aufblühens hängengeblieben sind. Sie haben somit aufgehört, zeitgenössisch zu sein. Überdies haben nur wenige zeitgenössische Künstler - gleich, welchen Alters - ein so vielfältiges und so reiches Werk hervorgebracht, daß es eine lebendige Ausstellung ergibt, also alles andere als eine Retrospektivschau im Museum. Strawinsky aber besitzt diese Qualifikation: er ist ebensosehr ein repräsentativer Wortführer des Jahres 1966, wie er es für die Jahre 1906, 1916, 1926 und so weiter war. Und praktisch denkenden Programmgestaltern scheint seine Qualifikation noch reicher begründet. Niemand sonst hat so große Gebiete der Vergangenheit erhellt - oder der Gegenwart, wie sie in der Vergangenheit verborgen lag; niemand sonst hat seinen Stempel so deutlich so vielen Nachfolgern aufgedrückt, apostolischen oder nichtapostolischen. Strawinsky als Schnittpunkt vielfältiger Bestrebungen: das ist ebensosehr Thema des Festspiels, wie es die Musik Strawinskys selber ist.
Es dürfte wohlbekannt sein, daß er seine schöpferische Arbeit
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