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VORWORT
Die hier gebotene Darstellung der Erkenntnistheorie ist aus Vorlesungen, die der Verfasser an der Kölner Universität gehalten hat, herausgewachsen. Daraus erklärt sich die elementare Form der Darstellung sowie das Bemühen des Verfassers, nicht sowohl überall glatte Lösungen zu bieten, als vielmehr den Sinn der Probleme und die verschiedenen Möglichkeiten ihrer Lösung klar und gründlich darzustellen, wobei selbstverständlich auf eine kritische Prüfung und Stellungnahme keineswegs verzichtet wird. Mit N. Hartmann ist der Verfasser der Überzeugung, „daß der letzte Sinn philosophischer Erkenntnis nicht so sehr ein Lösen von Rätseln, als ein Aufdecken von Wundern ist."
Von den meisten Darstellungen der Erkenntnistheorie unterscheidet sich die vorliegende in dreifacher Hinsicht. Zunächst dadurch, daß sie die phänomenologische Methode in den Dienst der Erkenntnistheorie stellt. Sodann durch die eingehende Erörterung des Problems der Intuition, an dem die meisten Darstellungen vorübergehen. Endlich dadurch, daß sie außer der allgemeinen auch die spezielle Erkenntnistheorie behandelt.
Möge das heute neubelebte Interesse für philosophische Fragen durch die vorliegende Arbeit eine Förderung erfahren !
Köln, Oktober 1925.
Johannes Hessen.