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Vorwort
Mit dem Namen Friedrich Dürrenmatt verbindet man sicherlich zuerst den erfolgreichen Dramatiker, dessen Stücke Der Besuch der alten Dame oder Die Physiker die Bühnen der Welt erobert und das Publikum begeistert haben. Friedrich Dürrenmatt ist aber auch ein erfolgreicher Kriminalschriftsteller, denn seine Kriminalromane, besonders Der Richter und sein Henker und Der Verdacht, sind in Millionen von Exemplaren verkauft, in viele Sprachen übersetzt worden und gehören seit Jahren auch schon zum Kanon der Schullektüren.^ Nach einer Phase der Nicht-Beachtung und Skepsis, v.a. im ersten Jahrzehnt nach dem Erscheinen der beiden Romane, hat auch die Literaturwissenschaft die beiden Kriminalromane zum Gegenstand ausführlicher Betrachtungen gemacht. Beide Romane gelten als Beispiele dafür, wie das Genre „Krimi" aufgenommen und zugleich weitergeführt, parodiert und als Spielmaterial benutzt werden kann. Der vorliegende Erläuterungsband beschäftigt sich - aus Platzgründen - ausschließlich mit Dürrenmatts Der Richter und sein Henker und streift den Roman Der Verdacht nur am Rande. Ebenso wird darauf verzichtet, in einem Exkurs auf Geschichte und Theorie des Genres Kriminalroman (bzw. Detektivroman) einzugehen.^ In einzelnen Kapiteln werden jedoch Bezüge zwischen Der Richter und sein Henker sowie der Gattung „Krimi" hergestellt.
Friedrich Dürrenmatt, Der Richter und sein Henker, detebe Bd. 23060 (Diogenes Verlag), Zürich 1998. Zitate daraus werden durch Kursivsetzung angezeigt; die Seitenangabe wird in Klammern hinter das Zitat gestellt.
Siehe hierzu z.B. die Ausgabe Praxis Deutsch, 44/80. Darin u.a. B. Matzkowski, Die Wandlung der Detektivfigur.
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