Bővebb ismertető
Die Fotografie ist in gewissem Sinne eine anonyme Bildliunst. Täglicli gelit unser Auge über Hunderte Fotos in Illustrierten, Tageszeitungen, Zeitschriften, Büchern und Bildbänden hin, ohne dalS wir nach den Bildautoren fragen. Vielleicht bleibt der eine oder andere Name bei häufiger Wiederholung im Gedächtnis, aber wir wissen kaum etwas über die Persönlichkeit, ihre Interessen, ihre Schaffenswcise. Sehr oft entsteht aus solcher Unkenntnis dann das Vorurteil, Fotografieren sei etwas Mechanisches, sei das Beherrschen einer Reihe technischer Prozesse, wie es im Sprachgebrauch eine Kamera bedienen anklingt.Der vorliegende Band ist eine anschauliche Widerlegung dieses Vorurteils. Die Kamera wird zum Instrument in der Hand des Menschen: Sie kann für das visuelle Bildgedächtnis exakte dokumentarische Abbilder mit durchaus hohem gesellschaftlichem Nutzen herstellen; sie kann aber auch sehr subtil, als Medium schöpferischer Tätigkeit, die Bildwelt eines Weltbildes schaffen.Zweierlei gehört zu einer solchen, zugleich über die Dinge vor der Kamera und den Fotografen hinter ihr Auskunft gebenden Botschaft an den Betrachter: zum ersten der Bildermacher als eine erlebnisfähige, um die Dinge, Zusammenhänge und Prozesse wissende, sie parteilich wertende Persönlichkeit, mit dem Vermögen, das eigene Erleben in eine bildhafte Form zu bringen; zum anderen aber auch - oft übersehen - sein antwortendes Gegenbild, der Betrachter, der weiß und zu empfinden vermag, daß ein Bild nicht nur das Faktische reproduziert, sondern eben eine Botschaft trägt. Zu einer solchen Betrachtungsweise anzuregen und zugleich deutlich zu machen, daß schöpferisches Fotografieren in erster Linie vom inneren geistigen Reichtum und der Gesinnung des Fotografen bestimmt wird, ist Absicht dieses Bandes.Vorwort der HerausgeberWir stellen fünf Fotografen vor, verschieden in ihren Sujets, verschieden in Ausbildung, Alter und Temperament, aber jeder auf seine Weise dem Lichtbild ein tieferes Eindringen in die Welt der Gedanken und Gefühle abfordernd, jeder voller Überlegung und Fantasie, ständig auf dem Wege, sein ideologisches Weltbild und sein Können zu vertiefen, um mit den Mitteln der Fotografie an der Gestaltung des sozialistischen Menschenbildes mitzuwirken.Die Bilder - eine knappe, auf die derzeitigen Schwerpunkte des Schaffens orientierte Auswahl - sollen für den Betrachter Information und Schauvergnügen sein, zugleich fordern sie aber als Ergebnisse einer geistigen Tätigkeit, emotionale und gedankliche Assoziationen heraus, sind Aufgaben besonderer Art.Die Texte sind keine Bildbesprechungen, sie wollen die eigene Zwiesprache zwischen dem Betrachter und dem Bild nicht stören, sondern möchten als Werkstattgespräch verstanden werden. Sie enthalten auch keine Lebensläufe, sondern rühren an Fragen des fotografischen Schaffensprozesscs, sind Erlebnisskizzen über den Besuch bei Fotografen, verbale Bildmosaike der Persönlichkeit.Der Band fordert zum Vergleichen auf, nicht um Werturteile gegeneinander zu setzen, sondern um tiefer hineinzuschauen in die Mannigfaltigkeit der Handschriften und in die Reichweite der fotografischen Bildsprache.