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1 Wichtige epische Gattungsbegriffe im Überblick Epos Das Epos, von griech. epos, ist eine erzählende Dichtung in Versen. Die Epen der Antike und des Mittelalters entwerfen ein starres Weltbild, in dem Helden überdimensionaler Art und nichtmenschliche Wesen wie Zwerge, Riesen, Dämonen, Titanen und Götter schicksalhafte Kämpfe austragen. Die mittelhochdeutsche (mhd.) Dichtung weist drei Arten von Epen auf: a) das Heldenepos: Nibelungenlied (vgl. S. 6ff.); Gudrunlied u.a. b) das höfische Epos: Hartmann v. Aue: Der arme Heinrich;...
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1 Wichtige epische Gattungsbegriffe im Überblick Epos Das Epos, von griech. epos, ist eine erzählende Dichtung in Versen. Die Epen der Antike und des Mittelalters entwerfen ein starres Weltbild, in dem Helden überdimensionaler Art und nichtmenschliche Wesen wie Zwerge, Riesen, Dämonen, Titanen und Götter schicksalhafte Kämpfe austragen. Die mittelhochdeutsche (mhd.) Dichtung weist drei Arten von Epen auf: a) das Heldenepos: Nibelungenlied (vgl. S. 6ff.); Gudrunlied u.a. b) das höfische Epos: Hartmann v. Aue: Der arme Heinrich; Gottfried v. Strassburg: Tristan und Isolde; Wolfram v. Eschenbach: Parzival u.a. c) das Spielmannsepos: Herzog Ernst, König Rother, Orendel u.a. Das Epos wird in der Neuzeit vom Roman abgelöst. Im 18. Jhdt. schreiben noch Klopstock und Goethe Epen: DerJVIessias (1748-1773); Hermann und Dorothea (1797). Das Volksbuch ist eine Prosaauflösung der mhd. Epen. Seit dem 15. Jhdt. gibt es das Volksbuch in Buchform; es dient der Erbauung und der Unterhaltung der gehobenen Stände: Melusine; Die schöne Magelone; Genoveva (vgl. S. 20ff.); Tristan und Isolde; Doktor Faust; Till Eulenspiegel u.a. Roman Der Roman ist eine erzählende Großform in Prosa, die im Gegensatz zum Epos Schicksale und Ereignisse unter dem Gesichtspunkt des Privaten und Persönlichen darstellt. Der älteste Roman in Deutschland ist Ruodlieb (11. Jhdt.), ein Fragment in lat. Sprache, der damals üblichen Schriftsprache. Im 17. und 18. Jhdt. gibt es drei Romanarten (Näheres dazu s. S. 300f.): a) Schäferroman: z.B. Arcadia (1502) b) Heldenroman: Amadis (1508, dt. 1569), schwillt auf 24 Bände an! c) Schelmenroman: z.B. Cervantes: Don Quijote (1605-1615) (vgl. S. 54) Mit Pamela und Clarissa von Richardson, La nouvelle Heloise von Rousseau und Dje Leiden des jungen Werthers von Goethe entsteht der psychologische Roman, die Grundlage für die Romanentwicklung bis heute (vgl. S. 24 und S. 79ff.). Die Typologie des Romans ist umstritten. Geht man vom Thema aus, dann unterscheidet man: Ent-wicklungs-, Bildungs-, Abenteuer-, Reise-, Liebes-, Kriminal-, historischer, utopischer Roman u.a. Ist das Einteilungsprinzip die Erzähltechnik, dann unterscheidet man: Ich-, Er-Roman (vgl. S. 89); Roman des Bewußtseinsstroms (vgl. S. 92); traditioneller und Antiroman (vgl. S. 47). Der bekannte Germanist Wolfgang Kayser teilt die Romane ein nach den Kriterien Geschehen, Figuren, Raum: Geschehnisroman: z.B. Defoe: Robinson Crusoe; Stevenson: Die Schatzinsel; Plievier: Stalingrad (vgl. S. 67). Figurenroman: z.B. Goethe: Werther (vgl. S. 79); Keller: Der grüne Heinrich; Hemingway: Der alte Mann und das Meer. Raumroman: z.B. Tolstoi: Krieg und Frieden; Thomas Mann: Die Buddenbrooks; Grass: Die Blechtrommel (vgl. S. 54). Der österr. Anglist Franz K. Stanzel teilt die Romane ein nach der Stellung des Erzählers (vgl. S. 87): Auktoriales Erzählen (von lat. auctor, Verfasser, Schöpfer): Der Erzähler erfindet souverän, lenkt alle Geschicke, weiß alles, kennt die Personen, Verhältnisse und Örtlichkeiten bis ins kleinste. Er durchbricht bisweilen die Illusion bewußt und wendet sich direkt an den Leser. 2

Termékadatok

Cím: Erlebte Literatur [antikvár]
Szerző: Ferdinand Sokolicek , Peter Söllinger Rotraud Söllinger-Letzbor
Kiadó: Verlag Hölder-Pichler-Tempsky/Manz'scheVerlags- und Universitätsbuchhandlung
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 320900577X
Méret: 170 mm x 240 mm
Ferdinand Sokolicek művei
Peter Söllinger művei
Rotraud Söllinger-Letzbor művei
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