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ii. Kapitel Richard Wagner
Das Liebesverbot
Eine »wunderliche Jugendarbeit« nennt der reife Wagner in seinem autobiographischen Bericht »Mein Leben« die Oper »Das Liebesverbot«, die er einundzwanzigjährig, im Januar 1835, begann und 1836 abschloß. Als er, gut drei Jahrzehnte später, seinem Retter Ludwig II. die Partitur schenkte, fügte er einen entschuldigenden Vierzeiler bei, in dem von Irrtum und »Jugendsünde« die Rede war. Bei der Uraufführung in Magdeburg hatte sich ein doch'ungewöhnlicher Theaterskandal ereignet. Die Premiere war recht undeutlich, ja unerkennbar verlaufen, wegen allzu kurzer, flüchtiger Proben. Auch war es, laut Wagner, der Direktion nicht möglich gewesen, »den Druck von Textbüchern zuwege zu bringen«. Die Leute blieben also über »die Vorgänge der nur gesungenen Handlung gänzlich im unklaren«. Von der Zweitaufführung ward nun eine Art Entscheidung erhofft. Doch diese fand nicht statt, und zwar »eingetretener Umstände halber«, wie der Regisseur, vor den Vorhang tretend, dem spärlichen, aber verdutzten Publikum mitteilen mußte
Was für Umstände eingetreten waren? Nun, der Gatte der Primadonna hatte den zweiten Tenor, aus berechtigter oder unberechtigter Eifersucht, krankenhausreif geprügelt. Die Dame hatte den tobenden Ehemann mit letztem Einsatz beruhigen wollen, dafür aber im Künstlerzimmer auch Schläge bekommen, so »daß sie darüber in Krämpfe verfiel«. Grund genug für die erregten übrigen Mitwirkenden, nun die zwischenmenschlichen Ensemble-Spannungen in einer allgemeinen Keilerei aufzuarbeiten. An die Aufführung der Oper war danach nicht mehr zu denken. Und, wie Wagner selbst kurz und lakonisch hinzufügt:
»Zu einem ferneren Versuche, mein Jugendwerk zu rehabilitieren, kam es nie.«
Dies die von Wagner mit satter Selbstironie mitgeteilte Ur-aufführungs-Geschichte. Sie macht auf das fragliche Werk nicht eben neugierig.
Und doch könnte es sein, daß Wagner sowohl sich wie andere