Bővebb ismertető
«ÍJátiaHHM
Dem ehrenden Andenken an Manana Andronikowa gewidmet
Die Sammlung der italienischen Malerei in der Ermitage ist weltbekannt. Sie umfaßt sieben Jahrhunderte und setzt sich aus mehr als tausend Gemälden zusammen, die verschiedenen Zeiträumen sowie verschiedenen Schulen und Kunstrichtungen angehören. Prachtstücke der Sammlung sind Werke großer Meister wie Simone Martini und Fra Angélico, Leonardo da Vinci und Raffael, Giorgione und Tizian, Caravaggio und Carracci, Guardi und Tiepolo.
Den Grundstein der Kollektion italienischer Malerei bildeten Erwerbungen bedeutender europäischer Sammlungen: Heinrich von Brühl (1769), Crozat (1772) und Walpole (1779). Von den Zugängen des 19. Jahrhunderts sind vor allem folgende Anschaffungen zu nennen: Werke aus der 1808 in Paris versteigerten Guistiniani-Galerie, aus dem Schloß Malmaison (1814), aus der Sammlung von Coesvelt (1836), aus den Sammlungen des niederländischen Königs Wilhelm II. und der venezianischen Familie Barbarigo (1850) sowie aus dem Golizyn-Museum in Moskau (1886).
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts konnte die Ermitage kaum weitere Gemälde ankaufen, da das Ministerium des Kaiserlichen Hofes die erforderlichen Geldmittel nur sehr spärlich zur Verfügung stellte. Trotzdem wurde auch in dieser Zeit die italienische Abteilung durch wichtige Zugänge erweitert; 1910 erhielt sie fünfzehn Gemälde aus dem Russischen Museum sowie weitere von G. und P. Stroganow testamentarisch hinter-lassene Kunstwerke, ferner wurde Leonardo da Vincis Madonna Benois erworben.
Einen besonders reichen Zufluß an Gemälden hatte das Museum nach der GroßenSozialistischen Oktoberrevolution zu verzeichnen. Über den Staatlichen Museumsfundus, eine 1921 eingerichtete Institution, wurden der Ermitage viele Kunstwerke aus verschiedenen Staatsämtern sowie aus den nationalisierten Petersburger Privatsammlungen der Adelsfamilien Gagarin, Argutinskl-Dolgorukow, Oliv, Mjatlew, Paskewitsch, Leuchtenberg, Kotschubei und vieler anderer übergeben. Die Paläste der Stroganows, Jussupows, Schuwalows und Scheremetews wurden in Museen verwandelt, und ihre großen Kunstsammlungen bereicherten später die Schätze der Ermitage. Seit 1936 erfolgt die Erwerbung von Kunstwerken durch die Staatliche Ankaufskommission.
Die historischen Verhältnisse, unter denen sich die Gemäldegalerie der Ermitage formierte, haben in einem gewissen Maße die Zusammensetzung der italienischen Sammlung beeinflußt. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich der Kern der Museumssammiung herausbildete, herrschte eine Vorliebe für die akademische Malerei. Die Kunst der Frührenaissance stand außerhalb des Blickfeldes der Sammler. Sie war so gut wie unbekannt, man schenkte ihr kaum Beachtung. So erklärt es sich, daß bis zum Anfang unseres Jahrhunderts nur wenige Werke der Meister des Trecento und Quattrocento im Besitz der Ermitage waren. Die Sammlung der frühen italienischen Malerei setzte sich hauptsächlich aus Gemälden zusammen, die 1910 und 1923 aus dem Russischen Museum und in den Jahren 1921 bis 1930 aus dem Stroganow-Palais übernommen wurden. Diese Sammlung zählt kaum über hundert Gemälde, weist aber Werke von hohem künstlerischem Wert auf. Von besonderem Interesse sind die Gemälde der Pisaner Maler. Die Komposition Kruzifix, die aus dem Stroganow-Palais in die Ermitage gelangte, erforderte eine sofortige Restaurierung, da die Bildfläche mit einer jahrhundertealten Kruste von Kerzenruß bedeckt war. Bei der Restauration konnte nicht nur eine ausgezeichnete Malerei der Pisaner Schule aus dem 13. Jahrhundert freigelegt werden, sondern auch die Signatur des Meisters: VGOLINV Das Gemälde erwies sich also als die einzig überlieferte signierte Arbeit von Ugollno di Tedici. Noch bedeutender ist eine Reihe von Gemälden der Sieneser Maler aus dem 14. Jahrhundert. Dazu gehört die weltbekannte Madonna der Verkündigung von Simone Martini. Das Bild vermittelt einen bleibenden Eindruck vom Schaffen dieses hervorragenden Malers, dessen Kunst an die Dichtung seines Freundes Francesco Petrarca anklingt. Der Meister, den man üblicherweise Ugolino Lorenzetti nennt, ist noch in vielem mit den