Bővebb ismertető
Der Bildhauer, Zeichner und Dichter Ernst Barlach, am 2. Ja-nuar 1870 in Wedel unweit von Hamburg als Sohn eines spáter in Schönberg (Mecklenburg) und Ratzeburg tátigen Landarztes geboren, ist zwar auch in den Síiden gekommen — nach Studien-jahren in Dresden und Paris bis nach Florenz, in die Toskana —, aber es hat ihn nicht >umgeworfen<, wie er im Gesprách zu Friedrich Schult einmal sagte. Erst eine Fahrt nach Rufiland (1906), wo ihm >die Ferne als deutliche Vorstellung der Nie-Endlichkeit< und — bei Beobachtung des Volkslebens — die >ab-solute Seligkeit gemeinsamer Empfindungen< zum Inbegriff seiner Erfahrung geworden war, hat ihn zu sich selbst gebracht und die grofie menschliche Form in ihm geweckt. Im Nachhinein mufite er allerdings seine Freunde bitten, dieses Erlebnis nicht zu mystifizieren: >denn in der Folge habe ich fast alles, wozu mir Aufienwelt dienen konnte, hier in Deutschland gefunden, auf dem Lande, an der Küste, in der Kleinstadt.< Von wenigen kurzen, für künftige künstlerische Anregungen un-bedeutenden Reisen abgesehen, blieb Barlach jener niederdeut-schen Landschaft verhaftet, in die er sich durch seine Herkunft gestellt sah. Mit Beharrlichkeit, schliefilich mit kaum verhülltem Zorn hat er in den Jahren nach 1933 seine >unauflösliche Ver-bundenheit< mit der Heimat allén denen entgegengehalten, die ihn mit der Geifiel >artfremd< schlugen und lieber gesehen hát-ten, dafi er emigriert ware.
In Güstrow, wo die Mutter, einer seiner Brüder sowie sein Sohn vorübergehend wohnten, war der Unverheiratete 191 o sefihaft geworden. Eine alte Töpferei, danach ein legendenumwobener Pferdestall, spáter eine verlassene Autoreparaturwerkstatt, die sehr bescheidene Parterrewohnung in der Schweriner Strafie, wo er bis 1930/31, bis zumEinzug in sein Atelier amHeidberg,lebte und arbeitete, die Umgebung der Stadt, in der ihm auf stunden-langen Wanderungen die Gestalten seiner Werke begegneten — damit sind im wesentlichen die áufíeren Bedingungen umrissen, unter denen seine Plastiken und Dichtungen, seine zeichneri-schen und graphischen Folgen entstanden. Obgleich ihm die Ge-fahr einer gewissen Begrenztheit wohl bewuík war, schien ihm