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Die ersten Erfahrungen mit Gott
Wir wissen heute: jegliche Erziehung beginnt mit dem ersten Lebenstag, die Erziehung zur Gemeinschaft, zur Selbständigkeit, zur Verantwortung, zur Geduld und zur Liebe. In keinem Fall dürfen wir warten, bis die Denkfähigkeit des Kindes erwacht ist. Nur in der Hinführung zum Glauben meinen wir, das Erstarken des Verstandes abwarten zu müssen. Wir meinen nämlich, Glauben sei nichts anderes als über Gott Bescheid zu wissen. Das hat man wirklich jahrhundertelang gemeint, obwohl man hätte erkennen können, daß durch alles Katechismuslernen kein Kind gläubig geworden ist. Heute wissen wir, daß Glauben etwas ganz anderes ist, daß er auf Erfahrung beruht und mit dem Verstand viel weniger zu tun hat, als wir früher angenommen haben.
Wie aber können wir dem Kind von Gott erzählen, wenn es noch nicht unsere Worte versteht? Wie soll es sich ein Bild von Gott machen können, wenn es ihn nicht sehen kann? Wie soll es auf Gottes Wort vertrauen, wenn es ihn nicht hören kann? Wie soll es ihn liebgewinnen, wenn es sich nicht auf seinem Schoß sicher weiß?
Unsere Sorge ist unnötig. Unsere Kinder haben schon das Wichtigste über Gott erfahren, noch bevor sie einen Satz zu sprechen vermögen.
Diese frühesten und nahezu unentbehrlichen Erfahrungen stehen aber unter einer Bedingung: die Eltern müssen an Gott glauben. Sonst kann die Erfahrung, die jedes Kind macht, nicht mit Gott verbunden werden. Die zweite Bedingung ist: die Eltern müssen das Bedürfnis haben, mit diesem Gott zu sprechen, d.h. zu beten.
Wie geht das zu? Ein Neugeborenes liegt in seinem Bett und schreit vor Hunger. Die Mutter nimmt es an die Brust, liebkost und streichelt es. Sie legt es trocken, sie hält es fest und warm. Diese Erfahrung macht das Kind unentwegt: es ist in Not, es
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