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VIERTES BUCH ODER DER PROCESS UM DES ESELS SCHATTEN
ERSTES KAPITEL Veranlassung des Processes, und Facti Species
Der Periódus fatalis der Stadt Abdera schien endlich gekommen zu sein. Kaum hatten sie sich von dem wunderbaren Theaterfieber, womit sie des ehrlichen, arglosen Euripides Götter- und Menschenherrscher Amor heimgesucht hatte, wieder ein wenig erholt; kaum sprachen die Bürger wieder in Prosa miteinander auf den Straßen; kaum verkauften die Drogisten wieder ihre Niese-wurz, schmiedeten die Waffenschmiede wieder ihre Rappiere und Transchiermesser, machten sich die Abderitinnen wieder keusch und emsig an ihr Purpurgewebe, und warfen die Abderiten ihr leidiges Haberrohr weg, um ihren verschiednen Berufsarbeiten wieder mit ihrem gewöhnhchen guten Verstände obzuliegen: als die Schicksalsgöttinnen, ganz insgeheim, aus dem schalsten, dünnsten, unhahbarsten Stoff, der jemals von Göttern oder Menschen versponnen worden ist, ein so verworrenes Gespinnste von Abenteuern, Händeln, Verbitterungen, Verhetzungen, Kabalen, Parteien, und anderm Unrat herauszogen, daß endlich ganz Abdera davon umwickelt und umsponnen wurde, und, da das heillose Zeug durch die unbesonnene Hitze der Helfer und Helfershelfer in Flammen geriet, diese berühmte Stadt darüber beinahe, und vielleicht gänzlich, zu Grunde gegangen wäre, wofern sie, nach des Schicksals Schluß, durch eine geringere Ursache als - Frösche und Ratten hätte vertilgt werden können.
Die Sache fing sich (wie alle große Weltbegebenheiten) mit einer sehr geringfügigen Veranlassung an. Ein gewisser Zahnarzt, Namens Struthion, von Geburt und Vorältern aus Megara gebürtig, hatte sich schon seit vielen Jahren in Abdera häuslich niedergelassen; und weil er vielleicht im ganzen Lande der einzige von seiner Profession war, so erstreckte sich seine Kundschaft über