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PETERSBURGER ANEKDOTE
HIER lebt eine Tanzmeisterin, eine gewisse Nodin. Sie ist eine gute Christin, gute Katholikin, aber da sie wenig Skrupel kennt, wird es ihr nicht schwer, die Messe zu entbehren. Gute Leute tadelten sie in bester Absicht und sagten ihr, diese lange Enthaltsamkeit errege Árgernis, und für ihre Dienstboten, ihre Nachbarn, die Leute der Umge-bung táte sie besser, manchmal zur Kirche zu gehen. Sie lieB sich gegen ihre jahrelange Gewohnheit überreden. Eines Tages geht sie zur Messe. Bei der Rückkehr nach Hause findet sie ihre Entlassung vom Theater vor. Das steigert nicht gerade ihre Begeisterung für die Messe: sie kehrt zu ihrer früheren Lebensweise zurück und die wohlmeinenden, guten Leute zu ihren Ermahnungen. Nach acht bis zehn Monaten geht sie ein zweites Mai zur Messe. Bei ihrer Rückkehr findet sie ihre Türen und Schránke erbrochen - ihre Kostbarkeiten gestoh-len. Dieses Ereignis machte sie zornig auf die Messe. Ein und ein halbes Jahr vergingen, ohne daB man sie dazu bringen konnte, eine dritte Messe zu hören. SchlieBlich aber, an einem Heiligen Abend, bestanden die guten, wohlmeinenden Leute so hartnáckig darauf, daB sie sie zur Mitternachtsmesse begleitete. Bei ihrer Rückkehr fand sie nur noch den Platz, an