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NICHT WIE ELI
Nicht wie Eli
Grundsätzliches
Der Mensch ist ein erziehungsbedürftiges Wesen. Ein junger Mensch braucht die nötigen Orientierungshilfen für die Lebensformen seiner Gesellschaft. Ohne Einführung in die Inhalte seiner Kultur stünde er außerhalb seiner sozialen Umwelt; er würde ver-emsamen und erdrückt von psychischen Belastungen, die ihn je nach Veranlagung in lebensbedrohende Konflikte führen könnten. Es wäre darum unbarmherzig und verantwortungslos, einem Kind die Erziehung vorzuenthalten, da das Kind in einer ihm völlig unbekannten Welt leben müßte.
Der Ruf nach «unbeeinflußter Entwicklung» geht an den realen Forderungen des Lebens vorbei. Stellen Sie sich ein Kind vor, das am Straßenrand steht. Der Verkehr rauscht an ihm vorüber. An der Fußgängerampel leuchtet das rote, stehende Männchen auf Was dies bedeuten soll, weiß das Kind nicht. Wie verhängnisvoll wäre es nun für das Kind, ließe man es «seine Erfahrungen selbst sammeln», damit es sich frei von allen Regeln entwickeln kann!
Das Kind muß, um unbeschadet die Straße überqueren zu können, in die Verkehrsregeln eingeführt werden! Nicht von ungefähr spricht man deshalb auch von Verkehrserziehung, Wer am Verkehrsleben teilnehmen will, muß die Verkehrsregeln kennen. Nur wenn sich die Verkehrsteilnehmer ihrer Verkehrserziehung entsprechend verhalten, läuft das Verkehrsgeschehen reibungslos ab.
So benötigt auch ein Kind eine Lebenserziehung, um in unserer Gesellschaft bestehen zu können,
Der Name Eli ist ein besonders schöner Name, er bedeutet nämlich «mein Gott», Bibelleser wissen, daß Eli Oberpriester am Heiligtum in Silo war. Seine beiden Söhne Hofni und Pinehas erlangten traurige Berühmtheit, gelten sie doch als Beispiel für Gottlosigkeit und Niederträchtigkeit, Beim täglichen Opfer trat ihr Verhalten besonders kraß hervor. Den Priestern stand ja das Recht zu, vom Dargebrachten das zu nehmen, was zum Lebensunterhalt für sie notwendig war. Um diese Regelung kümmerten sich aber Hofni und Pinehas einen Deut. Vater Eli war über das Leben seiner Söhne genau informiert. Er machte ihnen auch Vorhaltungen und stellte sie zur Rede; aber an der Gesinnung seiner Kinder änderte sich nichts. Der Vater redete in den Wind. Die Kinder nahmen ihn nicht ernst. Vielleicht denken wir vorschnell: schwächlicher Vater, mißratene Söhne,
Ziel dieses Buches über Kindererziehung ist es, daß wir es besser machen als Eh.
Englands großer Staatsmann Churchill soll einmal gesagt haben: «Es ist leichter, eine Nation zu führen als vier Kinder zu erziehen.»
Eli ist uns ähnlicher als wir oft meinen. Wer von uns weiß nicht um Mißstände in der familiären Gemeinschaft, Oder er lebt in Verhältnissen, von denen er genau weiß, daß etwas nicht stimmt. Man ahnt oder weiß sogar, daß eines Tages schlimme Folgen