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Foreword__
Die vergleichende Verhaltensforschung - Ethologie - darf mitüerweile auf eine mehr als 50jäh-rige Geschichte zurückblicken, nimmt man die ersten Veröffentíichungen von Whitman und Heinroth als eigentliche Geburtsstunde des Faches, gefolgt von Lorenz mit seinen Arbeiten zur Soziologie der Corviden. Sie hat hauptsächlich als kontinentaleuropäische Disziplin ihr Begriffssystem erarbeitet. Distanzierte Beobachtung, stammesgeschichtliche Ausrichtung und die damit verbundene, vergleichend morphologische Betrachtungsweise und schließlich die physiologische, kausalanalytische Fragestellung bestimmten ihren Werdegang, der mit den Namen Konrad Lorenz, Nicolaas Tinbergen, Erich von Holst und Karl von Frisch untrennbar verbunden ist. Bereits im Jahre 1937 wurde als erstes ethologisches Veröffentlichungsorgan die Zeitschrift für Tierpsychologie gegründet.
Nach dem Kriege begann dann die sehr lebhafte Auseinandersetzung mit einigen stark milieutheoretisch orientierten Behavioristenschulen Amerikas. Die Diskussion führte zu Begriffsklärungen und zu einer Annäherung der Standpunkte. Daß es im tierischen Verhalten Vorprogrammierungen in feststellbaren Bereichen gibt, wurde schließlich als Faktum akzeptiert, und daß es im menschlichen Verhalten ähnlich sein dürfte, beginnt sich herumzusprechen. Ein neues Fach, die Humanethologie, entwickelt sich als interdisziplinär ausgerichtete Verhaltensbiologie ^
des Menschen. I i !'
In einer Reihe von Lehrbüchern - Tinbergens »Study of Instinct« eröffnete den Reigen - hat man mittlerweile die Ergebnisse der Verhaltensforschung publik gemacht. Dabei kam es fast unvermeidlich zu einem terminologischen Wirrwarr. Die Begriffe wurden ja erst neu geschaffen und definiert, und für die Übersetzungen mußten wieder neue Wörter gefunden werden. Erst allmählich kam es zu Übereinkünften und zu einer Nomenklatur des Faches.
Armin Heymer hat sich in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Experten die große Mühe gemacht, die Begriffe dieses Faches mit kurzen Erklärungen in deutsch, englisch und französisch zusammenzustellen. Das ist eine höchst verdienstvolle Aufgabe, geeignet, die Kommunikation zu erleichtern. Es muß allerdings daraufhingewiesen werden, daß viele der Begriffsbestimmungen noch vorläufigen Charakter tragen. Die hier vorgelegten Erklärungen sollen nicht als Korsett das Fach zum Erstarren bringen. Die Begriffe sind als vorläufiges Ordnungsgerüst zu verstehen, das System soll für Verbesserungen offenbleiben. Auch ist die Auswahl noch keineswegs vollständig. Viele Fachkollegen werden finden, daß ihr Begriffssystem zu kurz kam, jeder Experte, glaube ich, wird da und dort was zu bemäkeln haben und dennoch wird er Armin Heymer und seinen Bera- , i
tern für die geleistete Arbeit danken. Das Buch ist eine große Hilfe für Forschung und Unterricht. f, ¦
Ich wünsche ihm viele Auflagen, damit es an konstruktiver Kritik weiterwachse. 1 i'
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Ethology - the biology of behaviour - can soon look back upon a history of more then 50 years if one takes Withman's and Heinroth's publications as the beginning of modern ethology, followed by Lorenz' publications on the social behaviour of the Corvidae. The discipline developed mainly in continental Europe with respect to its early conceptualization. Objective observation, an evolutionary orientation, along with a comparative morphological point of view, and finally the physiological causal analysis determined its course. The names of Konrad Lorenz, Nico Tinbergen, Erich von Holst and Karl von Frisch are inseparably tied with respect to this development and in 1937 the Zeitschrift für Tierpsychologie - Journal of Comparative Ethology has been founded as the first periodical for ethological publications.
After WW II a vigorous discussion began with several behavioristically oriented schools of thought in American psychology. The exchanges led to the clarification of concepts and some rapproachment between theoretical positions. That the behaviour of animals is made up of preprogrammed behaviour patterns in specific functional systems was finally accepted as fact, and that the same thinking applies to human behaviour is now being talked about. A new branch, human ethology, is developing as an interdisciplinary biology of human behaviour.