Bővebb ismertető
VorwortWer sich mit der Geschichte der Äußeren Mongolei nach 1911 beschäftigt, weiß um die mehr als bescheidene Quelleniage. Besonders gering ist das Quellenangebot für die Zeit der Autonomie der Äußeren Mongolei (l9ii-1919). Es reduziert sich im Grunde auf einige wenige Dokumente der Regierung des Bogd Gegeen, die zumeist Regierungserlasse bzw. juristischen Inhalts sind. Die Zeit nach dem im Jahr 1921 von den Sowjets initiierten politischen Umsturz, der in der mongolischen Geschichtsliteratur als mongolische Volksrevolution" bezeichnet wird, pflegen Historiker mit großer Mühe anhand von offiziellen Dokumenten wie Gesetzen, Parteitagstexten und Beschlüssen der Mongolischen Revolutionären Volkspartei, ideologisch eingefärbten Berichten von Beratern der sowjetischen Regierung und der Komintern zu erschließen. Sie sind damit zwar dazu in der Lage, den historischen Ablauf zu skizzieren, haben aber größte Mühe, sich der realen historischen Situation anzunähern.Zu den wenigen, recht objektiven und exakten Berichten für die Zeit der Autonomie gehört zweifelsfrei Hermann Constens Hauptwerk Weideplätze der Mongolen", dessen eigentlicher Wert von seinen Zeitgenossen nur bedingt wahrgenommen wurde. Wenn diese über das Buch ein eher kritisches Werturteil fällten, so nicht etwa deshalb, weil sie es besser wuss-ten. Die Außere Mongolei stellte zu dieser Zeit selbst für Wissenschaftler eine terra incognita im besten Sinne des Wortes dar. Es war vielmehr die persönliche Bekanntschaft mit Consten, die die Kritik der Zeitgenossen be-einflusste. Consten war eine vielschichtige Persönlichkeit. Die einen kannten ihn als einen brillanten, aber auch eitlen Erzähler seiner Abenteuer in der Mongolei, der dazu neigte, die erlebten Episoden wie Münchhausen zu übertreiben. Sie kannten ihn als jemanden, der sich einen akademischen Nimbus zu geben suchte, ohne aber wirklich über eine akademische Bildung zu verfügen. Die anderen dagegen wussten um seine geheimdienstliche Tätigkeit und sahen sich daher häufig nicht dazu in der Lage, zwischen Legende und Wahrheit zu unterscheiden. Als Mensch war Hermann Consten das Produkt seiner Zeit, rechtskonservativ in seiner Gesinnung, von Fernweh getrieben, immer auf der Jagd nach Ruhm und Anerkennung, aber auch nach Geld, um sein Leben und seine Reisen finanzieren zu können. Seine starke Verbundenheit mit der Mongolei veranlasste ihn zu engagier-