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EIN
MEISTERWERK DER GNADE
Mit der Seligsprechung Eugen von Mazenods wird ein Mann in Er-innerung gebracht, der vor mehr als einem Jahrhundert gelebt hat. Er war in seiner Zeit keineswegs ein Unbekannter, aber zur Legende ist er nicht geworden, wie es manchen Persönlichkeiten schon zu Leb-zeiten geschah.
GewiR, Eugen von Mazenod, Bischof von Marseille und Gründer der Missions-gesellschaft der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria, hat in seiner Zeit von sich reden gemacht. Er war zuweilen ein Pol-terer; man konnte manchmal meinen, er wolle mit dem Kopf durch die Wand. Durch seine unverblümte Sprache, seine Hartnáckigkeit und sein Draufgángertum hat er oft genug bei den Behörden ange-eckt, wenn es um die Rechte der Kirche ging. Vom Regierungsbeamten über den Minister bis hin zum französischen Kai-ser war er bekannt geworden, und in seiner undiplomatischen Art wurde er manch-
mal auch für den Vatikan unbequem, der in der Regelung der Beziehungen zwi-schen Kirche und Staat lieber etwas ver-söhnlicher vorgehen und in unwesent-lichen Dingen auch einmal fünf gerade sein lassen wollte. Mazenod konnte sich nur schwer dazu bequemen.
Mit dem Tode des Bischofs war der Sturm vorüber, und nach und nach ver-blaíke das Bild dieses feurigen Charakters.
Seine Gründung hat ihn überlebt. Trotz der Erschütterungen unserer Tage zahlt die Gemeinschaft der Oblaten noch im-mer nahezu 7000 Mitglieder in allén fünf Erdteilen. Aber auch in seiner Diözese Marseille finden sich noch deutliche Spu-ren seiner Wirksamkeit, die der Zeit wi-derstanden habén.
Und nun wird dieser Vergessene plötz-lich ins Rampenlicht der kirchlichen öf-fentlichkeit gestellt. Indem die Kirche ihn seligspricht, stellt sie ihn ja feierlich der ganzen Christenheit vor. Dadurch