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4 DER ROMANTIKER Jahres VI, d. i. dem 26. April 1798, in seinem Landhause in Charenton bei Paris -, war der Vater Gesandter Frankreichs in Holland. Die beiden anderen Söhne waren Soldaten; der eine tapferer General Napoleons, der andere fiel jung in der Schlacht bei Friedland. Eine Tochter, Henriette, zwanzig Jahre álter als der Brúder, war mit dem Gesandten de Verninac SaintMaur verheiratet. An sie erinnert ein schönes Bildnis von Dávid, das früher Delacroix gehört hat. Unter den náchsten Verwandten der Mutter, Victoire Oeben, finden sich geschickte Kunstgewerbler aus der besten Zeit Frankreichs, deren Namen mit Wohlgefallen von den Sammlern der Bibelots des Dixhuitiéme genannt werden. Ihr Vater war der Sieur Oeben. Er hat für die Pompadour manchen kostbaren Spiegel kreiert und soll ein Lieblingsschüler des Altmeisters Boule gewesen sein. Noch berühmter war und ist im selben Fach ihr Onkel Riesener, von dem die Pariser Museen viele schöne Möbel und Zeichnungen für Innendekorationen bewahren. Riesener und Oeben habén viel zusammen gearbeitet und unter anderem mit Duplessis den kostbaren Sekretár Ludwigs XV. geschaffen, eins der Prunkstücke des Louvre. Es paBt nicht eben schlecht zu Delacroix, daB meisterliche Handwerker der Materie zu seiner Familie gehören. Der Sohn des Ebenisten Riesener, Delacroix' Onkel, der Maler HenriFrancois Riesener, ein Schüler Davids, bestimmte den Achtzehnjáhrigen, in das Atelier Guérins einzutreten. Der Umstand, daB schon der Knabe groBes Talent bewies, unterscheidet diese Biographie nicht von vielen anderen. Auffallender als die Anlage für die Kunst war das musikalische Gehör des Kindes. Ein altér Musiker, ein persönlicher Freund Mozarts, damals Organist der Kathedrale von Bordeaux, wo Delacroix einen Teil seiner Jugend verlebte, tat alles mögliche, um die Mutter zu bestimmen, den Jungen das Komponieren lernen zu lassen1. 1 Die meisten biographischen Details sind der autobiographischen Skizze entnommen, die am vollstándigsten der Freund Delacroix', L. Véron, im ersten Band seiner Mémoires d'un bourgeois de Paris (Gonet 1853, Paris) abgedruckt hat und die Delacroix wahrscheinlich für ihn geschrieben hat (vgl. Journal II, 225). Dieselben Notizen habén Piron vorgelegen, der einige von V. nicht benützte Stellen wiedergegeben hat (Eugéne Delacroix, Sa vie et ses ceuvres, Imprimerie Jules Claye, Paris [anonym] 1865 S. 38 ff.). Die autobiographische Skizze Delacroix' enthált auch interessante Nachrichten über Géricault.