Bővebb ismertető
IN kleinen Städten findet man gar häufig Häuser, deren Anblick melancholisch stimmt, melancholisch wie das düsterste Kloster, wie die ödeste Heide oder die traurigste Euine. Tatsächlich herrscht wohl auch in diesen Häusern das Schweigen des Klosters, die Unfruchtbarkeit der Heide und der Zerfall der Ruinen. Leben und Regen vollziehen sich in ihnen so sacht, daß ein Fremder sie für rmbewohnt halten könnte, würde er nicht plötzlich dem kalten Blick eines bleichen, starren Antlitzes begegnen, das die unbekannten Schritte ans Fenster gelockt haben.
Eine derartige Melancholie beherrscht auch die Physiognomie eines Hauses in Saumur, das am Ende der Hügelstraße liegt, die zum Schloß hinanführt. Diese jetzt wenig begangene Straße, die im Sommer drückend heiß, im Winter schneidend kalt und stellenweise sehr düster ist, hat viel Bemerkenswertes. Sie ist mit Kieselsteinen gepflastert und immer sauber und trocken; lang imd schmal, windet sie sich zwischen stillen, friedsamen Häusern hin, die zur Altstadt gehören imd vom Stadtwall überragt werden. Es gibt hier Häuser, Fachwerkbauten, die schon drei Jahrhunderte gesehen haben und noch nicht baufällig sind. Ihr malerischer Anblick erhöht den eigenartigen Reiz dieses Stadtviertels, das für Altertumsforscher wie für Künstler gleich interessant ist.
Es ist schwer, an den Häusern hier vorüberzugehen, ohne die mächtigen Eichenbohlen zu bewundern, deren Enden meist bizarre Schnitzereien tragen und so das Erdgeschoß mit schwarzen Basreliefs krönen. Hier zeichnen schräge, mit Schieferplatten gedeckte Balken blaue Linien in gebrechliche Wände, und morsche Holzsäulen stützen ein Dach, dessen Schindeln von Sonne und Regen verdehnt und verbogen sind; dort grüßen verwitterte, geschwärzte Blumenbretter, deren zierliches Schnitzwerk kaum mehr erkennbar ist. Sie brechen fast zusammen unter der Last des Nelken-