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Vorwort
Das Ausstellungsprojekt EURAMI ist eingebunden in die Rheinland-Pfalz Initiative "Nachbar Amerika." Es spielt im Titel mit einer Verbindung der Worte Europa, Amerika und »Ami« im zwiespältigen Sinn der Nachkriegserfahrung, aber auch in der positiven Deutung des französischen »ami«.
Vorgestellt werden die Künstler James Bishop, Peter Downsbrough, James Reineking und Jerry Zeniuk. Sie alle leben und arbeiten sowohl in Europa wie auch in Amerika. Ihre Werke sind geprägt von den künstlerischen Traditionen und den kunsttheoretischen Auseinandersetzungen beider Kontinente, die Erich Franz in seinem Beitrag „Amerika - Europa, Differenzen und Begegnungen in der Kunst nach 1945" umreißt. Gemeinsam ist den Künstlern darüberhinaus eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage, welche Wirkung Kunst ausüben kann auf Menschen, die sich mit ihr befassen. Sie entwickeln mit ihren Arbeiten eine Sprache für Formen der Weltaneignung, die jenseits der Worte liegt und persönliche, von Offenheit geprägte Erfahrungen auf der Grundlage von Wahrhaftigkeit reflektiert.
Wie jedes gute Kunstwerk entziehen sich die Werke eines schnellen Zugriffs. Es bedarf der Zeit, des sich Einlassens und des Nachdenkens, um ihre Sprache zu erfassen und die in ihnen ruhenden Möglichkeiten auszuloten.
Unter diesen Voraussetzungen sind sie allerdings geeignet, sich bewußt mit Fragen der eigenen Existenz zu beschäftigen. Sie wollen Beweglichkeit und Toleranz fördern, die Enge verdeutlichen, in der wir uns aufgrund von Massengesellschaft, Ideologien, Unsicherheiten und Ängsten bewegen und Möglichkeiten aufzeigen, deren Grenzen auszuweiten. Es gilt, allgemein Gültiges zu hinterfragen und unter zeitbedingten Bedürfnissen und Notwendigkeiten neu zu bewerten. Dazu bedarf es geistiger Freiräume, die nur aufgrund langer und intensiver Auseinandersetzung schrittweise zu entwickeln sind.
Die Kunst bietet hier keine Lösungen sondern zeigt Wege und Modelle auf, die geeignet sind, den Betrachter gedanklich einzubinden und Möglichkeiten auszuloten. Ob und wie weit dies gelingt, liegt allein an der Initiative des Rezipienten.