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DEN MITARBEITERN UND FREUNDEN DES HAUSES HOESCH
widmet »Werk und Wir«, die Werkzeitschrift der Hoesch Aktiengesellschaft, als 15. Jahresgabe dieses Buch über Európa. Behandelte die Jahresgabe 1969 »Der Freiheit eine Gasse« schon ein brennendes Thema, so ist dies die euro-páische Frage angesichts der weltpolitischen Lage unseres Kontinentes zwi-schen den riesigen Machtblöcken in Ost und West nicht minder - auch wenn die allgemeine Begeisterung der fíinfziger Jahre für ein vereinigtes Európa einem resignierenden Unwillen gewichen ist, weil nationale Sonderinteressen und Eifersüchteleien die Einigung Europas immer wieder in Frage stellen. Sind diejenigen, die allén Enttáuschungen zum Trotz weiter an ein einiges Európa glauben und dafür arbeiten, romantische Schwármer oder weltfremde Utopisten ? Oder habén die Pessimisten recht, die diesem einigen Európa keine Chance geben? Und was geschieht, wenn die europáischen Lánder sich zwar wirtschaftlich recht und schlecht zusammenschlieBen, in der Politik aber gesonderte Wege gehen?
Über diesen brennenden Fragen sollten wir nicht vergessen, daB der Kontinent Európa im Reiche des Geistes seit drei Jahrtausenden dank der Leistungen des europáischen Menschen - als Denker, Dichter, Musiker, bildender Künstler und Wissenschaftler - als lebendige Einheit besteht und über alle nationalen Unter-schiede zusammengehört.
Kurt Wessel, Chefredakteur des »Münchener Merkur« und unseren Lesern als Gespráchsleiter und politischer Kommentátor beim Fernsehen bekannt, führt uns durch diese Jahrtausende, wobei die unüberschaubare Füllé der geistigen und kulturellen Leistungen Europas ihn zu strenger Auswahl zwingt. Trotz dieser Bescheidung aber formt sich aus Texten und Bildern, so hoffen wir, dem nachdenklichen Leser ein Bild Europas, das die weltbedeutenden Züge dieser »Magna Mater«, der groBen Mutter unserer Welt, wenigstens ahnen láBt und uns Mut macht, das Ziel niemals aus dem Auge zu verlieren: »Europa vereinigt - Brücke in die Zukunft.«
»Wenn das ein Traum ist, dann lohnt es sich, ihn zu tráumen. Wenn es über-haupt etwas gibt, um das es sich zu kámpfen lohnt, dann ist es dies.« Die Hoesch Aktiengesellschaft, deren Zusammenarbeit mit dem hollándischen Nachbarn ein bedeutungsvoller Aufbruch nach Európa war und ist - diesem Nachbarn war die Jahresgabe 1968 »Das gute MaB« gewidmet -, grüBt wiederam zur Jahreswende die Leserinnen und Leser dieses Buches und wünscht ihnen allén
Glück und Segen für das Jahr 1970!