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VorwortAm 30. Januar 1983 sind fünfzig Jahre vergangen, seit Adolf Hitler im Deutschen Reich die Macht übernommen und in wenig mehr als zwölf Jahren das deutsche Volk in die größte Katastrophe seiner Geschichte geführt hat. Die nationalsozialistische Diktatur und der Zweite Weltkrieg haben nicht nur unser Vaterland, sondern auch die weltpolitischen Konstellationen grundlegend verändert. Die deutsche Nation ist geteilt, und die Flügelmächte" von einst spielen heute die weltpolitische Rolle der früheren europäischen Großmächte", wie sie sich nannten.Nicht nur die Historiker, auch die publizistischen Medien haben vor allem in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Zusammenbruch von 1945 viel getan zur Aufklärung der Ursachen und Vorgänge des Dritten Reiches". Die Generation der Betroffenen und Beteiligten hat auf diese Vergangenheitsbewältigung" sehr zwiespältig reagiert. Die meisten hätten die Jahre der Diktatur am liebsten verdrängt und vergessen. Geschichtsunterricht in den Schulen endete oft mit dem Ende des Ersten Weltkrieges. Der politische und wirtschaftliche Wiederaufbau und das Bemühen, das Ansehen eines neuen Deutschland" in der Welt wiederherzustellen, nahm die Energie derer in Anspruch, die den Krieg überlebt hatten.Inzwischen ist diese Generation nur noch eine Minderheit der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland. Die Mehrheit kennt das von Hitler prophezeite Tausendjährige Reich" nur noch vom Hörensagen, aus Büchern und von Filmen. Deshalb scheint es fünfzig Jahre danach geboten, das trübste Kapitel der deutschen Geschichte nach dem Stand heutiger wissenschaftlicher Einsicht aufzuhellen. Geschichte wiederholt sich zwar nicht; aber aus ihr zu lernen, ist nicht nur für Politiker eine Pflichtaufgabe. Wir alle müssen wissen, woher wir kommen, um zu begreifen, wo wir stehen und wohin wir gehen wollen.Den gedruckten publizistischen Medien ist es möglich, ein komplexes historisches Geschehen sachgerecht zu gliedern und chronologisch darzustellen. Dokumente lassen sich in beliebiger Fülle publizieren, und die Quellen können bis ins letzte Detail angegeben werden. Der Hörfunk vermag insbesondere mit Hilfe reichlich vorhandener Original-Töne aus der Nazi-Zeit zusätzlich ein Stück Atmosphäre" zu vermitteln. Wie aber kann das Fernsehen einem Millionen-Publikum Vorgänge und Zusammenhänge deutlichmachen, wobei davon auszugehen ist, daß die Grenze der Aufnahmefähigkeit beim einzelnen Zuschauer bei 45 Minuten angesetzt werden muß?5