Bővebb ismertető
Vorwort
Auf die politische Bildung kommen nach den Umbrüchen in Mittel- und Osteuropa neue Aufgaben und Herausforderungen zu. Der europäische Einigungsprozeß muß vor allem in gesamteuropäischer Perspektive gesehen und interpretiert werden. -Diese Erwartungen äußerten Mitglieder der Projektgruppe, als sie 1991 die Ergebnisse ihrer Arbeit mit dem Band »Pohtische Bildung für Europa. Die europäische Dimension in der politischen Bildung der zwölf EG-Staaten« vorstellten (Band 306 der Schriftenreihe).
Den veränderten Rahmenbedingungen und dem europapolitischen Themenwechsel nach 1989 versucht der vorliegende Band Rechnung zu tragen. Er dokumentiert die Ergebnisse eines ausführlichen Diskussionsprozesses von Wissenschaftlern und Praktikern, der die langjährigen Erfahrungen politischer Bildungsarbeit innerhalb der Europäischen Union und die Vorstellungen der neuen Demokratien in Mittel- und Osteuropa zusammenführte.
Die hier versammelten Beiträge versuchen ein aktuelles Bild der Neukonzep-tualisierung europapolitischer Bildung in der Republik Polen, der Slowakischen Republik, der Tschechischen Republik und der Republik Ungarn zu zeichnen. Sie erörtern zudem ausführlich europapohtische Vorstellungen (»Europabilder«), die sich in den politischen Kulturen der mittel- und osteuropäischen Länder herausgebildet haben. Über die historischen, kulturellen und politischen Hintergründe und Faktoren der aktuellen Europabilder in Mittel- und Osteuropa besteht in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ein großer Informationsbedarf. Dies gibt Anlaß zu einem staatenübergreifenden, vergleichenden gemeinsamen Weiterdenken über und in Europa.
Trotz der großen Anziehungskraft, die die Europäische Union auf Mittel-und Osteuropa ausübt, ist das Integrationsgeschehen innerhalb der Europäischen Union - im Rahmen ihrer Institutionen und Verfahren, teilweise auch ihrer politischen Ziele - vielen Bürgern und auch der politischen Elite in Mittel- und Osteuropa noch fremd und recht abstrakt.
Auch innerhalb der Europäischen Union sind vermehrt Anstrengungen nötig, die ambitionierten politischen Ziele der Europäischen Union und ihre wachsende Verantwortung in Europa und der Welt zu vermitteln und zu legitimieren. Die Verständigung zwischen den Unionsbürgerinnen und -bürgern und den Akteuren der Europäischen Union durch mehr Transparenz und BeteiUgung zu verbessern, ist nicht nur ein Reformziel der Regierungskonferenz 1996 zur Revision des Vertrags von Maastricht über die Europäische Union, sondern auch eine Herausforderung für eine europabezogene politische Bildung.
Das vom Institut für Europäische Politik (Bonn) mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung durchgeführte Projekt widmet der mit dem Maastrichter Vertrag über die Europäische Union in Artikel 126 bekräftigten europäischen Dimension im Bildungswesen erneut Aufmerksamkeit.