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Prolog
Man räumt dem Goldschmied gerne eine Sonderstellung unter den Handwerkern ein, weil er mit Materialien umgeht, die ebenso kostbar wie wunderbar sind. Im Mittelalter galt seine Zunft als die vornehmste. Gold, Silber und Edelsteine - wer könnte sich ihrem Zauber entziehen! Härte, Klarheit, Glanz und ewige Jugend - das sind die Haupttugenden der >edlen< Steine und Metalle. Den kühlen Mondglanz des Silbers ordneten die Alten der >scheuen< Göttin der Jagd, Diana, zu, während das sonnig strahlende Gold auf den Gott des Lichtes Apoll bezogen wurde. >Lauter wie durchläuter-tes Silber .<, rühmt der Psalmist (Psalm 12). Als Inbegriff der Güter dieser Welt entfachten sie zu allen Zeiten Liebe und Haß, wirkten Gutes und Böses. Sie leihen dem Kultbild göttlichen Glanz, sind Unterpfand von Treue und Liebe und können zugleich seelenlosen Reichtum und eitle Hoffart spiegeln, an deren Fluch seit den Zeiten des sagenhaften König Midas schon manches Glück zerbrach. Die christliche Moral hat den irdischen Reichtum immer wieder mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Nach der Predigt des heiligmäßigen Franziskaners Johannes Capistranus im Augsburger Dom 1464 warfen die erregten Zuhörer all ihre >Eitelkeiten< - Würfel, Spielkarten und Pretiosen -