Bővebb ismertető
Das Lesebuch ,Europáische Nachbarn' möchte Anregungen geben, europáische Literatur kennenzulernen und durch die Literatur - Lyrik und Prosa - etwas zu erfahren über europáische Lánder und Landschaften, aber auch über das Selbstverstándnis der Menschen: wie sie ihre Lebensgeschichten und die Geschichte ihres Landes begreifen, wie sich Vergangenheit in der Gegenwart spiegelt, welche Entwürfe die Menschen für die Zukunft entwickeln. Dies erkennen wir in der Literatur aus der Perspektive einzelner Autoren, die ihre eigene Lebensgeschichte einbringen, in ihrer ganz individuellen Weise mit der Tradition der literarischen Formen umgehen und nach neuen Aussageweisen suchen. Wir sind dabei auf Übersetzungen angewiesen. Das ist selbstverstándlich ein Verlust, denn das Originál vergegenwártigt die jeweiligen Denk- und Schreibweisen unmittelbar. Die (gute) Übersetzung ermöglicht dem Leser jedoch den Einblick in die fremdsprachliche Literatur und in ihr das Wiedererkennen des Vertrauten, das Erstaunen über Unbekanntes, Fremdartiges, die Erkundung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der europáischen Literatur, den Vergleich. Der Wunsch, das Nichtvertraute, Ferne in den Horizont unseres Wissens und BewuBtseins zu rücken, hat dazu geführt, die Textauswahl auf nicht deutschsprachige Literatur zu beschránken. Einzelne Textbeispiele geben den unmittelbaren Eindruck des Originals wieder. Die Textsammlung ist nach Lándern und Lándergruppen gegliedert. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollstándigkeit, die auch deshalb nicht zu erreichen wáre, weil der Zugang zu einzelnen Nationalliteraturen aufgrund der vorliegenden Übersetzungen ganz unterschiedlich gewáhrleistet ist. Es soll durch das Gliederungsprinzip aber auch eine voreilige und realitátsfremde Vorstellung von der 'Einheit Europas' in der Literatur vermieden werden. Wir möchten auf einzelne Stimmen aufmerksam machen, Facetten des komplizierten Gebildes europáischer Literatur hervorheben. Und so sind auch die ausgewáhlten Themen und literarischen Formen in den einzelnen Kapiteln nicht schon Abbild der ganzen Nationalliteratur - wie könnte das auch eine so kleine Textauswahl leisten aber es sind doch Themen und Probleme, die für die Literatur eines Landes signifikant sind. Die Anthologie erhebt nicht den Anspruch, Exemplarisches zu vermitteln; sie möchte aber Leitthemen in der Vielstimmigkeit der jeweiligen Nationalliteratur anklingen lassen. Die Auswahl ist auf diese Weise nicht frei vom Zufall der Verfügbarkeit von Texten und von der Subjektivitát derer, die ausgewáhlt habén. Das Buch möchte deshalb auch anregen, selbst weiterzulesen und andere Stimmen kennenzulernen. Das Lesebuch beschránkt sich auf Textbeispiele aus diesem Jahrhundert und bevorzugt die Literatur nach 1945, weil die Absicht, die Gleichzeitigkeit des Verschiedenen zu dokumentieren, es nicht zuláftt, auch die geschichtliche Entwicklung einer Nationalliteratur zu thematisieren.