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Kommunismus und NationalsozialismusDas Verhältnis zwischen den zwei großen totalitären Systemen des zwanzigsten Jahrhunderts bleibt ein brisantes Thema ohne Rücksicht darauf, daß das nationalsozialistische Deutschland nach zwölf, während das bolschewistische Rußland erst nach mehr als siebzig Jahren von der Bühne der Geschichte weggefegt wurde. Das erste durch den Sieg der Alliierten, das zweite durch die ins Unerträgliche gesteigerten Widersprüche der kommunistischen Parteidiktatur und ihres Kolonialreiches. Trotzdem ist das Gedächtnis und das Vergessen des Kommunismus, die Aufarbeitung seiner Verbrechen noch immer ein Problem, vor allem in jenen Ländern, wo man eine tief verwurzelte Angst vom Applaus von der falschen Seite, d. h. von den alten oder jüngeren Rechtsradikalen oder gar Neonazis hat. Die Diskussion über das große Schweigen hinsichtlich der Schreckensbilanz des Kommunismus hat in Frankreich nach dem Erscheinen des von Stéphan Courtois herausgegebenen Schwarzbuch leidenschaftliche Auseinandersetzungen ausgelöst. Die angesehene intellektuelle Vierteljahresschrift COMMENTAIRE brachte im vergangenen Jahr eine grundsätzliche Stellungnahme des bekannten Philosophen Alain Besançon und in mehreren Heften eine lebhafte Diskussion mit Beiträgen von herausragenden französischen, britischen, amerikanischen, russischen, polnischen Denkern und Publizisten. Mit der Genehmigung unserer französischen Kollegen bringen wir in diesem Heft den vollständigen Text des Besançon-Referates und zwölf Wortmeldungen sowie seine Schlußbemerkungen. Wir setzen damit eine Tradition fort, die unsere Zeitschrift 1989/1990 als erste deutschsprachige Publikation mit dem integralen Abdruck der sogenannten Fukuyama-Diskussion über Das Ende der Geschichte (damals nach der Erstpublikation in NATIONAL INTEREST, Washington D.C.) begonnen hat.Die Redaktion