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EM 2008Zu Gast in Österreich und der SchweizNein, die beiden Herren links und rechts auf dem Foto sind keine Fußballspieler, und ja, den Pokal für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz dürfen sie trotzdem hoch halten. Weil die beiden für das Tumier mindestens genau so wichtig sind wie die Fußballer: Ralph Zloczower (links) und Friedrich Stickler (rechts) sind die Präsidenten der Gastgeberverbände Schweiz beziehungsweise Österreich. Lennart Johansson, der Herr in der Mitte, war im Januar 2006, als dieses Bild entstand, noch Präsident der UEFA, inzwischen ist er vom Franzosen Michel Platini abgelöst worden. Warum Herr Johansson so besorgt schaut, ist schwer zu sagen, möglich ist aber: Er macht sich Sorgen um den schönen Pokal.Der Pokal nämlich war gerade von der Londoner Juwelierfirma Asprey nagelneu angefertigt worden, weil die alte Trophäe in 45 Jahren schon einiges mitgemacht hat. Sie wurde in Irgendwelchen Stadien von schweißnassen Fußballern umhergereicht, mit Sekt gefüllt und derart strapaziert, dass sie zuletzt doch recht ramponiert aussah. Der neue EM-Pokal ist 18 Zentimeter höher und zwei Kilogramm schwerer als der alte, er besteht zum Großteil aus Sterlingsilber und wiegt 7,7 Kilo. Die oberen und unteren Enden des Pokals sind mit einer Ziselierung versehen. Auf der Vorderseite sind das UEFA-Logo und die Bezeichnung UEFA EUROPEAN FOOTBALL CHAMPIONSHIP eingraviert. Die Trophäe bleibt im ständigen Eigentum der UEFA und kannnicht dauerhaft von einem Land gewonnen werden. Der amtierende Europameister behält den Pokal bis zur nächsten EM und darf jeweils eine Kopie anfertigen lassen, die 4/5 der öriginalgröße des Pokals nicht überschreiten darf. Eine Mannschaft, die dreimal in Folge oder fünfmal insgesamt Europameister geworden ist, erhält eine originalgetreue Nachbildung der neuen EM-Trophäe.Die Österreicher und die Schweizer haben den Zuschlag für die Ausrichtung der EM 2008 schon im Dezember 2002 erhalten, nach einer zwei Tage dauernden Wahlprozedur Insgesamt hatten sich 14 Nationen, zu-sammengefasst zu sieben Kandidaturen, um die EM 2008 beworben. Europa zog den Hut vor uns, das war in den letzten Jahren auch nicht immer selbstverständlich", sagte ÖFB-Präsident Stickler damals. Klar: Österreich versank in Euphorie, von einem historischen Ereignis" war die Rede, schließlich gab es noch nie ein Fußball-Großereignis in Österreich. Aber auch die Schweizer jubelten, sie hatten zwar schon die WM 1954, aber 1954, das Ist lange her. Und deshalb lagen sich im Dezember 2002 Schweizer und Österreicher in den Armen, ein Bild, das gerade auf sportlicher Ebene Seltenheitswert hat. Die Ballsaison ist eröffnet", titelte die Neue Zürcher Zeltung daraufhin voller Freude.Erlebe Emotionen", so heißt das Motto der EM. Es könnte kaum treffender sein.