Bővebb ismertető
VAK: Herr Bürgermeister, Sie habén gerade am heutigen Tag unseres Gespráches den Primator von Prag, Herrn Horcík, zu Gast. Lassen Sie mich aus diesem aktuellen AnlaB auf Ihr Konzept der StadtauBenpolitik eingehen. Dieses Konzept ist zunáchst wohl durch eine Besuchsdiplomatie in Hauptstádten der Nachbarstaaten einerseits und andererseits durch eine Reihe von Besuchen in den Hauptstádten der für Österreich wichtigen Lánder, insbesondere der sogenannten Staatsvertragslánder, charakterisiert. Sie habén hier ein umfangreiches Besuchsprogramm absolviert und dabei eine Reihe von Kooperationen im Bereich von Wirtschaft und Kultur gefördert. ZILK: Die Beziehungen zu Ungarn sind geradezu ein Musterbeispiel dessen, was StadtauBenpolitik ist. Auf grund des Fehlens eines eigenen Apparates ist sie kein diplomatisches Nullsummenspiel, kein diplomatisches l'art pour Tart, sondern an konkrété Projekte gebunden. Die StadtauBenpolitik ist durch einen Konkretisierungshunger gekennzeichnet, der nicht im Austausch von Noten oder Aide-mémoires bestehen kann. Das heiBt, der Wiener Bürgermeister wird aktiv, wenn es im wirtschaftlichen, im kulturellen oder im politischen Bereich handfeste Vorschláge gibt, die mit der Stellung Wiens und Österreichs etwas zu tun habén. So muB man sich zum Beispiel angesichts einer Diskussion über die Westintegration Österreichs fragen, was das für die gesamte Ostregion bedeutet. Das Projekt einer Weltausstellung in Budapest ist auch aus dieser Gesamtsituation zu erkláren, námlich, daB Österreich angesichts einer verstárkten Westintegration auch Brücken in Lánder zu finden sucht, mit denen es ebenfalls eine traditionelle Freundschaft verbindet. Dies aber nicht im Sinne einer kakanischen Nabelschau oder eines nostalgisch verklárten Rückblicks, sondern mit dem Wunsch, in der Zukunft gemeinsame Aufgaben in Európa zu lösen. So kann man die Idee zur Weltausstellung auch verstehen. Unter dem Leitmotiv der Veranstaltung Brücken in die Zukunft besteht die Chance, die bisher gutnachbarlichen Beziehungen weiter auszubauen. Die Notwendigkeit eines Ausbaues der internationalen Beziehungen einer Stadt wie Wien für die Erhaltung des Friedens und einer intaktén Umwelt wird ja immer wieder durch schmerzliche Erfahrungen dokumentiert,